Lernen durch Mind Mapping 

Das Gehirn des Menschen besteht aus einer rechten und einer linken Hälfte, wobei jede dieser Hälften für die Wahrnehmung unterschiedlicher Funktionen zuständig ist. Während die rechte Gehirnhälfte überwiegend die räumliche Wahrnehmung, das Erkennen von Mustern, Farben, Formen, Rhythmen und Dimensionen sowie die Phantasie steuert, übernimmt der linke Teil des Gehirns in erster Linie das rationale Denken, die Logik, die Sprache, die Zahlen sowie Analysen.

Das Mind Mapping ist nun eine Methode, die zum Ziel hat, gezielt beide Gehirnhälften anzusprechen, dadurch Synergieeffekte zu nutzen und so die geistige Leistungsfähigkeit zu steigern.

 

Dabei ist das Denken ein sehr komplexer Vorgang, bei dem das Gehirn Schlüsselworte nutzt, um ständig neue Assoziationen und Strukturen zu bilden und dadurch ein Netzwerk an Informationen aufzubauen. Darauf basierend arbeitet das Mind Mapping auch nicht mit linearen Strukturen in Form von Listen, Tabellen oder Fließtext, sondern mit Schlüsselworten, die netzwerkartig miteinander verbunden sind. Dabei werden unnötige Füllwörter gestrichen und nur solche Worte ausgewählt, die ausreichen, um sich später an den Inhalt zu erinnern und Verknüpfungen mit dem Thema herzustellen.

 

 

Das Mind Mapping folgt einigen, wenigen Grundregeln:

 

       

Grundsätzlich wird Papier im Querformat genutzt. In die Blattmitte kommt ein einprägsames Bild oder eine Skizze als Symbol für das Hauptthema. Ist ein Bild nicht möglich oder nicht sinnvoll, sollte das Hauptschlüsselwort entsprechend hervorgehoben werden.

       

Von dem zentralen Bild oder Wort in der Blattmitte geht jeweils eine Linie für jeden weitergehenden Gedanken oder Unterpunkt aus.

       

Auf jeder dieser Linie steht ein weiteres Schlüsselwort, das den Gedanken oder den Unterpunkt beschreibt. Um den Effekt zu erzielen, dass der Mind Map besser gelesen werden kann und einprägsamer wird, sollten die Schlüsselwörter in Druckbuchstaben geschrieben werden.

       

Von diesen Linien ausgehend können weitere Linien gezeichnet werden, die den jeweiligen Gedanken weiterführen, wobei in diesem Zusammenhang auch von ausstrahlen gesprochen wird. Auch auf diesen neuen Linien werden die Schlüsselwörter wieder jeweils in Druckbuchstaben geschrieben und auf diese Weise entsteht ein Netzwerk aus informativen Schlüsselwörtern.

       

Um den Mind Map übersichtlich zu gestalten, sollten mehrere Farben verwendet werden. Dies hat zeitgleich auch den Vorteil, dass schnell deutlich wird, welche Gedanken und Unterpunkte zusammengehören, wenn sie in der gleichen Farbe geschrieben wurden.  

       

Nach Möglichkeit sollten so oft wie möglich Symbole eingesetzt werden. Mögliche Formen sind beispielsweise Pfeile, Ausrufezeichen, Bilder oder geometrische Figuren. Diese Symbole machen es leichter, den Inhalt zu erfassen und eignen sich gut dazu, einzelne Bereiche hervorzuheben oder voneinander abzugrenzen.

       

Grundsätzlich sollte nicht allzu viel Zeit dafür verwendet werden, zu entscheiden, an welcher Stelle der Gedanke in den Mind Map eingetragen wird, denn das würde nur den Gedankenfluss behindern. Besser ist daher, die Gedanken einzutragen und bei Bedarf in einer neuen Zeichnung umzustellen.

Zeitgleich ergibt sich so der Vorteil, dass eine weitere Beschäftigung mit der Thematik erfolgt und die Inhalte auf diese Weise automatisch wiederholt werden. Gerade im Hinblick auf das Lernen bietet das Mind Mapping einige wichtige Vorteile. Durch die intensive Beschäftigung mit einem Thema und dem Erstellen eines Mind Maps erfolgt ein nahezu unbewusstes Wiederholen und Verstehen der Inhalte.

Zeitgleich zeigt ein Mind Map auf, wo noch Lücken sind, denn an diesen Stellen befinden sich keine oder nur sehr wenige Verästelungen. Gerade dann, wenn Inhalte wiederholt werden sollen, ist ein Mind Map deshalb von Vorteil, weil die Kernaussagen zwar vorhanden sind, die weiterführenden Gedanken aber ausgearbeitet werden müssen, wobei die Reduzierung auf einige wenige Worte die Zeit spart, die ansonsten für das Lesen verwendet werden würde. Außerdem ist eine Weiterentwicklung von Gedanken nie ausgeschlossen, denn ein Mind Map kann jederzeit erweitert werden und das Informationsnetz auf diese Weise wachsen.

Hier eine Video-Dokumentation und Anleitung zum Thema:

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Thema: Lernen durch Mind Mapping

2 Responses to “Lernen durch Mind Mapping”

  1. Joe Says:

    Klar erfordert Mind Mapping ein bisschen Übung, zumindest bis man das Prinzip verstanden hat. Aber Lernkarten zu schreiben geht auch nicht schneller! Außerdem lernt man durch Lernkarten letztlich ja auch nur auswendig, der Vorteil beim Mind Map ist, dass man zum Denken angeregt wird und so die Sachen auch langfristig behält

  2. Mara Says:

    Ich finde Mind Mapping eher verwirrend. Die vielen Linien, Bilder, Strichworte finde ich persönlich eher unübersichtlich und ein Mind Map anzufertigen, ist doch wesentlich langwieirger als beispielsweise Lernkarten.

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