Hilfreiche Tipps für Krisenzeiten – sowohl bei persönlichen als auch bei schulischen und beruflichen Krisen 

Krisenzeiten erlebt jeder in seinem Leben und dabei gibt es Krisen im persönlichen sowie im beruflichen und schulischen Bereich.

Krisen im persönlichen Bereich können Konflikte im familiären Umfeld, ein Todesfall, die Trennung von einem Partner, eine plötzliche Erkrankung oder auch eine finanzielle Notlage sein. Im beruflichen Bereich kann sich eine Krise in Form des Verlustes des Arbeitsplatzes äußern und in der Schule können schlechte Schulleistungen oder das Nichteereichen des Klassenziels zu einer Krise führen.

 

 

Jeder empfindet Krisen jedoch anders und was die einen als weniger schlimm empfinden, stellt für andere vieles in Frage. Insgesamt bleibt die Strategie jedoch immer gleich und das Ziel muss lauten, die schwierige Zeit zu meistern und den Blick nach vorne zu richten.

Die Fähigkeit, Krisen zu überstehen, wird in der Psychologie als Resilenz bezeichnet. Übersetzt bedeutet Resilenz etwa soviel wie Abprall und meint vereinfacht erklärt die Fähigkeit, so viel Widerstandskraft zu entwickeln, dass die gesetzten Ziele trotz Rückschlägen erreicht werden können. In der Theorie klingt es natürlich meist sehr viel einfacher, positiv zu denken und die Ziele nicht aus den Augen zu verlieren, als es tatsächlich ist.     

 

Allerdings gibt es einige hilfreiche Tipps für Krisenzeiten, die unabhängig davon gelten, ob es sich um persönliche, berufliche oder schulische Krisen handelt: 

 

 

1.       Sich der Situation stellen.

Wenn etwas Schlimmes passiert, reagieren viele oft zunächst mit einer Art Verdrängung. Typischerweise fallen dann solche Sätze wie “das kann doch nicht wahr sein”, “das glaube ich jetzt nicht” oder “die müssen sich geirrt haben”.

Diese Verdrängung ist anfangs völlig normal und dabei auch grundsätzlich hilfreich, um den ersten Schock etwas abzumildern. Allerdings sollte dieser Zustand nicht zu lange andauern, denn es bringt nichts, sich nicht der Realität zu stellen.

Der erste und wichtigste Schritt in Krisenzeiten besteht somit darin, die Krise als solche zu erkennen und zu akzeptieren, denn nur wer sich der Krise bewusst ist, kann Maßnahmen einleiten, um sie zu meistern.

 

 

2.       Mit Vertrauenspersonen sprechen.

Für einige mag es hilfreich sein, sich zurückzuziehen, die Gedanken zu ordnen und für sich selbst eine Lösung zu finden. Für die meisten ist es aber besser, sich Rat und Hilfe bei anderen zu holen. Niemand muss sich schämen oder gar nutzlos fühlen, bloß weil er einen Fehler gemacht hat, krank oder arbeitslos ist, eine schlechte Note geschrieben hat oder es momentan mit den Finanzen nicht gut läuft.

Möchte der Betroffene nicht mit Angehörigen oder Freunden sprechen, kann oft auch eine neutrale Person helfen, die die ganze Angelegenheit objektiv sieht.

 

 

3.       Andere Perspektiven.

In Krisenzeiten ist der Blick in aller Regel auf einen selbst gerichtet. Es kommen dann Fragen auf wie beispielsweise „was kann ich jetzt noch machen?“, „was soll ich jetzt bloß tun?“ oder „wie soll ich das erklären?“. Solche Gedanken sind zwar verständlich, helfen aber meist nicht weiter.

Besser ist, zu versuchen, die Angelegenheit aus einer anderen Perspektive zu sehen. So kann sich der Betroffene beispielsweise fragen, wie ein Mensch aus seinem Umfeld, sein Vorbild oder auch eine ganz fremde Person in dieser Situation wohl reagieren würde.

In der Psychologie wird ein solcher Vorgang als Dissoziation bezeichnet. Das bedeutet, es wird versucht, Abstand zu dem Problem zu gewinnen und damit den Blick für andere Aspekte und Lösungsansätze zu öffnen.

 

 

4.       Muster suchen.

Im Laufe der Zeit entwickelt jeder Verhaltensmuster, zudem hat jeder Stärken. In Krisenzeiten ist es wichtig, sich auf seine Stärken zu besinnen und die Muster anzuwenden, die sich bislang bewährt haben. Vielleicht hat der Schüler auch früher schon einmal schlechte Noten geschrieben, damals aber einen Weg gefunden, um seine Leistungen zu verbessern.

Vielleicht war es früher finanziell auch schon einmal eng, aber damals ist es gelungen, die Finanzen wieder in den Griff zu bekommen. Vielleicht gab es auch früher schon eine Entlassung und damals hat es auch mit einem neuen Job geklappt.

Wer seine bisherige Laufbahn Revue passieren lässt, wird feststellen, dass es immer mal wieder Rückschläge gab, die gemeistert wurden. Wichtig ist jetzt, zu ermitteln, inwieweit die damalige Strategie auch aktuell angewandt werden kann.

 

 

5.    Kleine Erfolge sehen.  

Auch wenn die Welt zunächst unterzugehen scheint, irgendwann geht es auch wieder aufwärts.

Es ist in Ordnung, kurzzeitig in eine Schockstarre zu verfallen, aber wenn analysiert ist, weshalb es zu der Krise kam, wird es Zeit, Gegenmaßnahmen einzuleiten und aktiv zu werden. Wichtig dabei ist aber, auch kleine Erfolge zu sehen und die eigenen Erwartungen nicht zu hoch zu stecken.

So wird ein Schüler, der ein Schuljahr wiederholt, im nächsten Anlauf sicher nicht nur Einsen und Zweier schreiben. Stattdessen sollte als Erfolg gesehen werden, wenn aus der Fünf eine Vier geworden ist. Genauso sollte jemand, der lange arbeitslos oder krank war, einen Teilzeitjob als ersten wichtigen und richtigen Schritt sehen und nicht frustriert auf seine Kollegen in Vollzeit schauen.

Ein hilfreicher Trick, um auch die kleinen Fortschritte zu erkennen, besteht darin, eine Art Tagebuch zu führen. Darin werden dann jeden Tag drei kleine Positiverlebnisse vermerkt. Diese können eine gute Leistung ebenso sein wie ein herzliches Lachen oder ein nettes Gespräch.

Werden diese Positiverlebnisse direkt vor dem Schlafengehen nochmals durchgelesen, endet der Tag mit einem guten Gefühl und der nächste Tag kann mit dem gleichen Gefühl beginnen. 

 

Weiterführende Bildungshilfen, Ratgeber und Lerntipps:

 

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