Infos und Übersicht zum Speedreading 

Um effektiv zu lernen, Inhalte zu erfassen und sich einzuprägen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine sehr häufig zum Einsatz kommende Variante ist das Auswendiglernen durch Wiederholungen, eine andere sehr häufige Variante ist das Lernen mit Karteikärtchen.

Eine zeitsparende Möglichkeit, um Inhalte durchzuarbeiten und sie sich dabei zeitgleich einzuprägen, ist das das sogenannte Speedreading, dessen heute angewandte Methodik auf Tony Buzan zurückgeht.

 

 

Hier unsere Übersicht: 

       

Um Speedreading zu verstehen, muss zunächst das Prinzip des Lesens bekannt sein. Üblicherweise werden beim Lesen nur wenige Buchstaben tatsächlich optisch wahrgenommen. Im Laufe der Zeit hat das Gehirn Buchstabengruppen, Wörter und Wortgruppen als Bilder abgespeichert, die beim Lesen als solche wiedererkannt werden.

Die Lesegeschwindigkeit ergibt sich zum einen daraus, wie gut eine Person lesen kann, das heißt, wie viel Übung die Person beim Lesen hat und wie schnell das Gehirn die Bilder wiederkennt, und zum anderen daraus, wie der Text gestaltet ist. Die Augen wandern beim Lesen allerdings nicht fließend über den Text, sondern halten bei bestimmten Buchstabengruppen und Wörtern an.

Diese Haltepunkte werden als Fixierungen bezeichnet und das Auge wandert von einer Fixierung zur nächsten. Auf diese Weise liegt die durchschnittliche Lesegeschwindigkeit bei etwa 160 bis 200 Wörtern pro Minute.

 

       

Die Grundlage des Speedreadings ist nun die Erkenntnis, dass das Auge einen Text auch bei höheren Geschwindigkeiten erfassen kann, das Gehirn den Text bei hohem Tempo schneller erfassen kann als bei langsameren Geschwindigkeiten und die Augen, dadurch dass sie weniger Bewegungen machen, nicht so schnell ermüden.

Daher besteht der erste Schritt beim Speedreading darin, die Regression und das Zurückspringen beim Lesen auszuschalten. Regression bedeutet, dass die Augen zu Buchstabengruppen oder Wörtern zurückkehren, die vermeintlich falsch oder nicht verstanden wurden, Zurückspringen meint, dass das Auge an Punkte zurückkehrt, die gerade erst gelesen wurden.

Da beide Effekte meist unbewusst geschehen, besteht ein Hilfsmittel darin, das Auge in seiner fließenden Bewegung zu unterstützen, indem beim Lesen der Text beispielsweise mit dem Finger oder einem Stift nachgefahren wird. Diese Lesehilfe bewirkt dabei zeitgleich, dass die Konzentration gesteigert wird und die Aufmerksamkeit erhalten bleibt.  

 

       

Der zweite Schritt besteht darin, die Fixierungen zu reduzieren, denn beim normalen Lesen ist deren Anzahl in aller Regel höher als für das Textverständnis notwendig. Zudem kann das Gehirn pro Fixierung nicht nur Buchstabengruppen, sondern auch große Wortgruppen erfassen, die unbewusst auch gespeichert werden.

Insofern wird die Lesegeschwindigkeit dadurch erhöht, dass das Auge lernt, wenige, aber wichtige Fixierungspunkte automatisch zu finden. Mit etwas Übung wird es durch das Speedreading möglich, mehrere Zeilen gleichzeitig zu lesen oder auch Zeilen rückwärts zu erfassen. Dabei kennt das Speedreading auch einige Tricks. Einer ist beispielsweise, sich einen Überblick anhand des Inhaltsverzeichnisses zu verschaffen und die Fixierungspunkte danach zu wählen, ein anderer besteht darin, abends zu lesen und das Gelernte morgens zu wiederholen.

 

 

 Kritik am Speedreading      

Allerdings gibt es auch Kritik am Speedreading. Diese besteht darin, dass das Speichern ohne stummes oder lautes Mitlesen schwieriger ist und dass aus Textpassagen, die übersprungen werden, keine Informationen erfasst werden.

Zudem gibt es kaum Denkpausen, die das Gehirn jedoch bei sehr komplizierten Inhalten oder auch bei komplexen Texten mit langen, verschachtelten Sätzen braucht. Insofern eignet sich das Speedreading gut als Methode, um sich einen groben Überblick über den Gesamtstoff zu verschaffen und um in kurzer Zeit große Stoffmengen durchzuarbeiten, wenn nur die wichtigsten Punkte gelernt werden müssen.

 

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