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Gewalt an Schulen -

Infos und Tipps

zum richtigen Verhalten

 

Gewalt an Schulen scheint vor allem in Großstädten und an sozialen Brennpunkten ein immer größeres Problem zu werden. Natürlich ist nicht jede kleine Rauferei gleich eine Gewalttat. Genauso ist es nichts Neues, dass sich Schüler gelegentlich in die Haare kriegen und es immer mal wieder zu verbalen Auseinadersetzungen oder harmlosen Rangeleien kommt.

Das war früher schon so und wird sich auch in Zukunft wohl kaum ändern. Wichtig ist aber, die Grenzen zu kennen und sich im Ernstfall richtig zu verhalten. 

 

Gewalt an Schulen -

wo die Grenze verläuft

Natürlich geht es auf dem Schulhof und im Klassenzimmer nicht immer harmonisch zu. Dies war früher nicht anders und letztlich müssen auch Kinder lernen, Konflikte auszutragen und sich gegen andere zu behaupten. Es gibt also keinen Grund, bei jeder kleinen Rauferei gleich in Panik zu geraten.

Die Situation darf aber auch nicht verharmlost werden, denn oft ist es nicht einfach, die Grenze zwischen einer harmlosen Rangelei und einer ernsthaften körperlichen Auseinandersetzung zu ziehen.

Für den Begriff Gewalt gibt es keine eindeutige, allgemein verbindliche Definition. Prinzipiell werden mit der Bezeichnung Gewalt an oder in Schulen alle die Handlungen zusammengefasst, die von Schülern oder Lehrern ausgehen und sich gegen Schüler, Lehrer oder Gegenstände richten.

Statistiken zufolge haben in den vergangenen Jahren vor allem verbale Aggressionen und Prügeleien zum Spaß zwischen Schülern zugenommen. Auf den weiteren Plätzen folgen Vandalismus in der Schule, Gewalt gegen Lehrer und mitunter brutale Gewaltdelikte mit teils ernsthaften Verletzungen. 

 

Gewalt an Schulen -

Verteidigung, Notwehr und Nothilfe

Beobachtet ein Schüler Gewalt an seiner Schule oder ist er selbst Opfer von einer Gewalttat geworden, sollte er den Vorfall anzeigen. Dazu sollte er sich zum einen an seine Eltern wenden und zum anderen das Gespräch mit einem seiner Lehrer, dem Vertrauenslehrer oder der Schulleitung suchen. Nützt das nichts und ändert sich die Situation nicht oder wird sie sogar noch schlimmer, sollte der Schüler die Polizei einschalten.

Gut gemeinte Ratschläge, wie dass das alles doch nicht so schlimm sei, die Situation sich schon wieder beruhigen werde oder der Schüler beim nächsten Mal doch einfach zurückschlagen soll, können keine Lösung sein. Rein rechtlich gesehen ist es zulässig, wenn sich ein Schüler aus Notwehr verteidigt.

Dabei darf ein Schüler bei einem Angriff, der aktuell stattfindet, alles zur Verteidigung einsetzen, was ihm zur Verfügung steht. Das bedeutet, er darf einen Angriff sowohl mit Gewalt abwehren als auch Hilfsmittel wie beispielsweise Tränengas oder Pfefferspray einsetzen. Allerdings müssen die Mittel angemessen sein und Maßnahmen rein zur Selbstverteidigung bleiben.

Wird ein Schüler ganz leicht geschubst, darf er also nicht gleich ein Messer zücken, denn dies wäre unverhältnismäßig. In diesem Fall käme außerdem dazu, dass Messer und Waffen nicht nur zu den gefährlichen Gegenständen gehören und an Schulen verboten sind, sondern meist auch unter das Waffengesetz fallen.

Ebenso wie Notwehr ist auch Nothilfe zulässig. Nothilfe liegt dann vor, wenn ein Schüler sieht, dass ein anderer Schüler bedroht oder verprügelt wird, und ihm zu Hilfe eilt.

Sowohl Notwehr als auch Nothilfe sind aber an einen gegenwärtigen, also aktuell stattfindenden Angriff gebunden. Wurde ein Schüler beleidigt oder geschlagen und rächt er sich später mit einem Gegenangriff, ist dies keine Notwehr mehr. Gleiches gilt, wenn die Attacke vorsorglich erfolgt.

 

Gewalt an Schulen -

Infos und Tipps zum richtigen Verhalten

Auch wenn es nicht rechtswidrig ist, im Zuge von Notwehr oder Nothilfe Gewalt einzusetzen, ist es meist die schlechteste Lösung, zurückzuschlagen. Nicht selten entwickelt sich so nämlich eine Auseinadersetzung, die als harmlose Streiterei oder blöde Provokation angefangen hat, zu einem handfesten Konflikt, der sich immer weiter hochschaukelt.

Wird es einmal brenzlig, können folgende Tipps weiterhelfen:

·         Sieht sich ein Schüler mit einem anderen Schüler, der größer und stärker ist, oder gleich mit einer Gruppe aus mehreren Angreifern konfrontiert, sollte er weglaufen. Das mag zwar feige erscheinen, ist aber allemal besser, als sich vermöbeln zu lassen.

·         Ein angegriffener Schüler sollte versuchen, möglichst ruhig zu bleiben. Außerdem sollte er sich selbstbewusst geben und seine Angst nicht zeigen. Fängt er an zu weinen oder sich hektisch zu bewegen, fühlen sich Angreifer oft noch mehr eingeladen und herausgefordert.

·         Hat der Schüler keine Möglichkeit, aus der Situation herauszukommen, sollte er seine Angreifer direkt ansprechen. Auf Beleidigungen, Drohungen oder einen aggressiven Ton sollte er dabei aber verzichten. Stattdessen sollte er möglichst ruhig fragen, was die Angreifer weshalb von ihm wollen. Viele Angreifer verlieren die Lust, wenn sie in ein Gespräch verwickelt werden.

·         Im Zweifel sollte der Schüler nicht den Held spielen wollen, sondern das machen, was die Angreifer fordern. Verlangen sie beispielsweise seine Geldbörse, seine Busfahrkarte oder sein Handy, sollte er dieser Aufforderung nachkommen. Das ist zwar ärgerlich, aber immer noch besser, als verprügelt zu werden.

·         Sind andere Personen in der Nähe, sollte der Schüler laut und deutlich auf seine Situation aufmerksam machen. Am besten spricht der Schüler die Passanten, Lehrer oder Mitschüler dazu direkt an und bittet sie um Hilfe.

·         Ist der Schüler Opfer von Gewalttätigkeiten geworden, sollte er sich genau notieren, wann, wo und wie sich der Angriff ereignete. Außerdem sollte er sich die Beteiligten und mögliche Zeugen merken.

·         Um sich Hilfe zu holen, sollte der Schüler seinen Eltern von dem Vorfall erzählen, sich an einen Lehrer oder die Schulleitung wenden oder Anzeige bei der Polizei erstatten. Dies ist übrigens keineswegs feige, sondern erfordert, ganz im Gegenteil, Mut.

 

Um der Gewalt an Schulen Herr zu werden, gibt es mittlerweile an vielen Schulen sogenannte Streitschlichtungsprogramme.

Mitunter wird auch von einer Peer-Mediation gesprochen. Das Ziel dabei besteht im Wesentlichen darin, einen Streit zu schlichten und gleichzeitig eine Lösung zu finden, bei der es nicht einen Sieger und einen Verlierer gibt, sondern bei der sich beide Seiten als Sieger fühlen.

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