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Was ist Lerncoaching?

 

Es gibt Schüler, die sehr gerne zur Schule gehen, dem Unterrichtsstoff problemlos folgen können und meistens gute bis sehr gute Noten schreiben. Andere Schüler kommen im Unterricht nicht unbedingt mit, sehen die Schule als lästige Pflichtübung und schreiben regelmäßig schlechte Noten.

Dazwischen gibt es noch jene Schüler, die eigentlich ganz gerne zur Schule gehen und die Inhalte auch verstehen, aber nicht unbedingt Spaß am Lernen haben und sich mit ihren Noten irgendwo im Mittelfeld bewegen. Natürlich kann und muss nicht jeder Schüler Klassenbester sein.

 

Genauso wird wohl jeder zugeben müssen, dass er als Kind oder Jugendlicher gelegentlich auch keine Lust auf die Schule und noch weniger auf das Lernen für die verschiedenen Fächer hatte. Sicherlich ist es auch ein Stück weit übertrieben, wenn Eltern gleich an Nachhilfe denken, nur weil ihr Kind ab und zu mal schlechtere Noten schreibt. Zweifelsohne gibt es aber genauso Kinder, die ein wenig Unterstützung brauchen.

Dabei wiederum gibt es verschiedene Möglichkeiten und Ansätze. Ein Konzept, das sich zunehmend großer Beliebtheit erfreut, ist das sogenannte Lerncoaching.

 

Was sich dahinter verbirgt und wie es funktioniert,
erklärt die folgende Übersicht:

 

Was ist Lerncoaching?

Den Begriff des Lerncoachings gibt es bereits seit den 1990er-Jahren. Ursprünglich von Nachhilfeinstituten ins Leben gerufen, wurde das Konzept wissenschaftlich erforscht und findet heute in verschiedenen Ausrichtungen im Bereich der Pädagogik und der Weiterbildung Verwendung.

Das Lerncoaching ist ein Ansatz, bei dem der Lernende im Mittelpunkt steht. Im Zusammenspiel aus individueller Beratung, dem gemeinsamen Definieren von Zielen und einem auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnittenem Training soll der Lernende dabei unterstützt und begleitet werden, eigene Lernkompetenzen zu entwickeln. Das Lerncoaching zielt darauf ab, geeignete Methoden und Wege zu finden, durch die der Lernende sein persönliches Potenzial erkennen und ausschöpfen kann, um auf diese Weise Freude am Lernen zu entwickeln, seine Lernleistung zu erhöhen und Lernblockaden aufzuheben.

Ausgangspunkt für das Lerncoaching ist die neurobiologische Erkenntnis, dass die besten Lernerfolge erzielt werden können, wenn der Lernende dem Lernen positiv gegenübersteht und gleichzeitig motiviert und konzentriert ist. Der Lerncoach versucht nun, zusammen mit dem Lernenden Methoden, Techniken und Strategien zu entwickeln, durch die sich der Lernende dann selbst in diesen Zustand versetzen kann.

Was recht kompliziert klingt, ist im Prinzip einfach zu erklären: Der Lerncoach unterstützt und begleitet den Lernenden dabei, den für sich optimalen Weg beim Lernen zu finden. Angeboten wird das Lerncoaching sowohl für Schüler als auch für Studenten, Auszubildende, Arbeitnehmer und Führungskräfte. Das Konzept eignet sich also für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen.

 

Wie läuft das Lerncoaching ab?

Das Lerncoaching beginnt mit einem ausführlichen Gespräch zwischen dem Lerncoach und dem Schüler. Nach Möglichkeit nehmen zudem ein oder beide Elternteile an dem Gespräch teil. Bei dem Gespräch geht es zum einen darum, sich gegenseitig kennenzulernen und eine Basis für die weitere Zusammenarbeit aufzubauen. Zum anderen steht im Mittelpunkt, das Lernprofil des Schülers zu erstellen. Dazu beobachtet der Lerncoach die Körperhaltung, die Gestik und die Mimik des Schülers und achtet auf sein Verhalten im Umgang mit seinen Eltern.

Der Lerncoach fragt nach Stärken, Schwächen und Ängsten und versucht, wesentliche Schlüsselwörter herauszufiltern. Manchmal werden auch einfache pädagogische Testverfahren durchgeführt. Wenn auch grundlegende Aspekte und Formalitäten wie die Schulart, die Klassenstufe und der Notenspiegel geklärt sind, legen der Lerncoach und der Schüler gemeinsam fest, welche Ziele durch das Lerncoaching erreicht werden sollen.

Außerdem besprechen sie die Schwerpunkte für das Lerncoaching. Schwerpunkte können beispielsweise sein, an der Konzentration zu arbeiten, die Motivation zu steigern, die Stärken zu erkennen und besser zu nutzen oder den Schüler bei einer effektiveren Organisation des Schulalltags zu unterstützen. In den folgenden Sitzungen kommen verschiedene Techniken und Methoden zur Anwendung, die sich teils auf die geistige und teils auf die körperliche Ebene beziehen.

Der Lerncoach leitet den Schüler bei der Erarbeitung von individuellen Lernstrategien an und hilft ihm dabei, Lernschwächen aufzuspüren, ungünstige Lern- und Verhaltensmuster abzulegen und Lernblockaden abzubauen. Der Fokus liegt dabei immer darauf, das Selbstwertgefühl des Schülers zu fördern und das Lernen für ihn zu einem positiven Erlebnis zu machen.

Am Ende der Sitzung ziehen der Lerncoach und der Schüler Bilanz und besprechen, wie der Schüler das Coaching empfunden hat, was er positiv und hilfreich fand, was ihn angestrengt hat und was er für sich aus der Sitzung ziehen kann. Das Lerncoaching selbst endet bei einem Schüler meist mit einem Gespräch mit den Eltern, bei dem der Lerncoach den Eltern aufzeigt, wie sie ihr Kind weiterhin beim Lernen unterstützen können.

 

Inwiefern unterscheidet sich das Lerncoaching von klassischer Nachhilfe?

Im Unterschied zur klassischen Nachhilfe, die sich meist auf wenige Schulfächer konzentriert und bei der Lernmethoden und Lerntipps im Vordergrund stehen, verfolgt das Lerncoaching einen ganzheitlichen Ansatz. Beim Lerncoaching werden nicht nur Lernstrategien entwickelt, um längerfristig die Schulnoten zu verbessern.

Stattdessen soll das Lerncoaching Mittel und Wege aufzeigen, um die persönliche Lernkompetenz des Schülers zu entwickeln und zu fördern. Zusätzlich dazu werden beim Lerncoaching Themenbereiche wie Motivation, soziale Kompetenzen, Organisation und Selbstmanagement bearbeitet. Beim Lerncoaching werden zwar auch fächerspezifische Inhalte und Aufgaben berücksichtigt.

Das Lösen von Rechenaufgaben oder das Üben von Vokabeln und Grammatik versteht sich aber in erster Linie als Möglichkeit, die neu entwickelten Lernstrategien anhand von konkreten Beispielen anzuwenden und zu üben. Ansonsten bindet sich das Lerncoaching nicht an bestimmte Lerninhalte, sondern will Lerntechniken vermitteln, die verallgemeinert und damit unabhängig von Fächern oder Inhalten genutzt werden können.

Ein weiterer entscheidender Unterschied zur klassischen Nachhilfe und auch zu herkömmlichen Lerntherapien besteht darin, dass ein Lerncoaching nur wenige Sitzungen umfasst. Das Lerncoaching ist somit nicht als längerfristige oder dauerhafte Begleitung ausgelegt. Stattdessen möchte der Lerncoach dem Schüler die Mittel und Wege aufzeigen, die es ihm ermöglichen, seine Stärken zu nutzen, seine Schwächen auszugleichen und selbstbestimmt zu lernen.

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