8 Tipps für den Schulalltag in der Familie, Teil II

8 Tipps für den Schulalltag in der Familie, Teil II

Die meisten träumen von einer idyllischen Familie, in der sich alle gut verstehen, viel Zeit füreinander haben und allerlei gemeinsam unternehmen. Doch der Alltag sieht oft anders aus. Stress und Hektik sind an der Tagesordnung, Termine müssen koordiniert und die Abläufe gut organisiert werden.

8 Tipps für den Schulalltag in der Familie, Teil II

In der allgemeinen Anspannung reichen oft Kleinigkeiten aus und schon herrscht zu Hause dicke Luft.

Eine simple Formel für ein harmonisches Familienleben gibt es leider nicht. Doch mitunter sind es kleine Tricks, die dafür sorgen, dass alles ein bisschen stressfreier wird und mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge bleibt.

In einem zweiteiligen Beitrag haben wir acht Tipps zusammengestellt, die dabei helfen, den Schulalltag in der Familie gemeinsam zu bewältigen:

Tipp Nr. 5: Die Hausaufgaben nicht überbewerten.

Durch die Hausaufgaben sollen die Kinder lernen, sich selbstständig mit dem Lernstoff auseinanderzusetzen. Natürlich gehört es zur Aufgabe der Eltern, dafür zu sorgen, dass die Kids vernünftig lernen können und die Hausaufgaben auch tatsächlich machen. Doch was bei den Hausaufgaben herauskommt, fällt nicht in den Zuständigkeitsbereich der Eltern.

Es spricht überhaupt nichts dagegen, wenn die Eltern ihrem Nachwuchs Unterstützung anbieten. Und wenn das Kind nach Hilfe fragt, weil es zum Beispiel etwas nicht versteht oder alleine nicht weiterkommt, sollten die Eltern aushelfen.

Unterstützung bedeutet an dieser Stelle aber, dem Kind nur soweit zu helfen, dass es letztlich alleine auf die Lösung kommt. Ein Kind hat nichts davon, wenn die Eltern die Antworten vorsagen oder die Aufgaben lösen.

Wenn die Eltern letztlich die Hausaufgaben für das Kind machen, sind nicht nur Sinn und Zweck verfehlt. Vielmehr kann sogar Frust beim Nachwuchs entstehen. Denn irgendwann kann beim Kind der Gedanke aufkommen, wofür es sich eigentlich anstrengen soll, wenn Mama oder Papa es ja eh viel besser können.

Die Eltern haben ihren Job erledigt, wenn sie im Blick behalten, dass der Sprössling seine Hausaufgaben macht. Und wenn sie bei Bedarf einen Rat geben, der das Kind auf den richtigen Lösungsweg bringt. Aber es ist nicht ihre Aufgabe, alle Ergebnisse zu kontrollieren.

Tatsächlich sehen es die Lehrer sogar lieber, wenn sich in die Hausaufgaben auch mal der eine oder andere Fehler einschleicht. Denn so können sie wesentlich besser beurteilen, wo das Kind wirklich steht und an welcher Stelle es Hilfe braucht.

Tipp Nr. 6: Regeln für die Zeit vor dem Bildschirm vereinbaren.

Experten sind sich nicht einig darüber, ob Fernsehen, Daddeln am Computer oder Surfen im Internet eine sinnvolle Belohnung ist. Diese Frage verliert aber ohnehin an Bedeutung, denn Kinder und Jugendliche sind längst lieber mit ihren Smartphones zugange.

Rund 90 Prozent der Kids nutzen täglich das weltweite Netz. Zusammen mit der Zeit vor dem Fernseher kommen pro Tag gut und gerne vier Stunden und mehr vor dem Bildschirm zusammen.

Im digitalen Zeitalter wäre es natürlich Quatsch, dem Nachwuchs moderne Medien zu verbieten. Zumal auch für die Schule immer öfter am Computer gearbeitet werden muss. Und ein Kind, das seine Kontakte nicht über die sozialen Netzwerke und Messenger-Dienste pflegt, wird sehr schnell zum Außenseiter.

Doch auf der anderen Seite darf der Medienhunger nicht überhand nehmen. Kindern sollten lernen und dürfen nicht verlernen, ganz klassisch mit Büchern, Stift und Papier zu arbeiten, reale Unterhaltungen zu führen und etwas mit ihren Freunden zu unternehmen.

Daher sollte es in der Familie klare Absprachen darüber geben, wann wie viel Zeit vor dem Bildschirm erlaubt ist. Gleichzeitig heißt das für die Eltern, dass sie mit gutem Beispiel vorangehen müssen.

Sie können von ihren Kindern keine Zurückhaltung erwarten, wenn sie selbst bei jeder Gelegenheit zum Smartphone greifen und im Hintergrund ständig der Fernseher läuft.

Tipp Nr. 7: Fehler gelassen sehen.

Viele Eltern tun sich schwer damit, ruhig und neutral auf Fehler zu reagieren. Macht das Kind beim Lernen oder Üben etwas falsch, verziehen sie stattdessen das Gesicht oder sprechen mit zunehmend gereizter Stimme Bemerkungen wie „Jetzt pass doch mal auf!“, „Gib dir mal ein bisschen mehr Mühe!“, „Konzentriere dich endlich mal!“ oder „Das hatten wir doch nun schon dreimal!“ aus.

Beim Kind kommt dadurch an, dass Fehler etwas Schlechtes sind. Vor allem bei lernschwächeren Kindern wächst so die Angst davor, Fehler zu machen. In der Folge wird für sie das Lernen immer mehr zur Qual und zu einem Auslöser für Frust.

Kein Kind macht absichtlich Fehler. Und keinen Schüler lässt es kalt, wenn es bei der Klassenarbeit doch wieder nur eine Fünf oder Sechs gab. Hinter der coolen Fassade verbirgt sich Enttäuschung.

Die Eltern sind deshalb gut beraten, wenn sie weder in Panik verfallen und gleich einen Nachhilfelehrer engagieren noch die Situationen mit Sprüchen wie „Wenn du so weitermachst, reicht es nicht mal zur Küchenhilfe!“ verschärfen. Stattdessen sollten sie gelassen bleiben, Geduld haben und das Gespräch über die verhauene Klassenarbeit auf später verschieben.

So fallen im Eifer des Gefechts schon keine wütenden oder enttäuschten Aussagen, die eigentlich gar nicht so gemeint waren.

Haben sich die Emotionen beruhigt, bleibt immer noch genug Zeit, um die Ursachen zu erforschen und gemeinsam einen Plan aufzustellen. Vor allem bei jüngeren Kindern kann hilfreich sein, einen Vertrag zu vereinbaren.

Dabei verpflichtet sich der Nachwuchs kann offiziell und mit seiner Unterschrift auf einem Blatt Papier zu einem bestimmten Verhalten. Das kann beispielsweise darin bestehen, täglich zehn Minuten lang Vokabeln zu üben oder das Einmaleins zu wiederholen.

Im Gegenzug verpflichten sich die Eltern dazu, dem Kind einen kleinen Wunsch zu erfüllen.

Tipp Nr. 8: Fünfe auch mal gerade sein lassen.

Die Eltern sind im besten Fall Vorbilder für ihre Kinder. Doch das gilt nicht nur für die guten Dinge, sondern leider auch für so manche Unsitte. Dazu gehört, sich viel zu viel aufzuladen oder den Terminkalender zu vollzustopfen.

Es erfordert Selbstbewusstsein, Nein zu sagen, eine Aufgabe abzulehnen und nicht jeden Trend mitzumachen. Die Eltern machen sich selbst und ihren Kindern den Schulalltag sehr viel leichter, wenn sie einen Gang zurückschalten.

Ein Kind muss nicht jedes verfügbare Schulangebot nutzen und nicht jeden Nachmittag in einen anderen Verein hetzen. Es macht nichts, wenn das Kind ein Klassenziel nicht erreicht oder sein Abitur vielleicht erst später, auf einem zweiten Bildungsziel nachholt.

Wenn die Eltern entspannter werden und auch mal einen Leerlauf zulassen, gewinnen sie wertvolle Zeit, die sie nutzen können, um das Abenteuer Familienleben zu genießen.

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Inhaber bei Artdefects Media Verlag
Bernhard Staube, 48 Jahre, Inhaber Agentur für Schülerhilfe, Sabine Menkemann, 43 Jahre, Lehrkraft Deutsch/ Mathe, Matthias Kurz, 39 Jahre, Pädagoge berufsbildene Schule, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zum Thema Bildung, Lernen, Schulen und Weiterbildung.
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