Beispiele für Eselsbrücken und Tipps für eigene Merkhilfen

Beispiele für Eselsbrücken und Tipps für eigene Merkhilfen

Das Gehirn tut sich oft recht schwer damit, sich reine Zahlen, Daten und Fakten zu merken. Um sich die Inhalte besser einprägen und abspeichern zu können, hilft es, sie in eine akustische oder visuelle Form zu verpacken. An dieser Stelle kommen Eselsbrücken ins Spiel, die genau das tun.

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Beispiele für Eselsbrücken und Tipps für eigene Merkhilfen

In diesem Beitrag zeigen wir einige Beispiele für Eselsbrücken und geben Tipps für eigene Merkhilfen:

Was ist eine Eselsbrücke?

Bei einer Eselsbrücke handelt es sich um eine Gedächtnisstütze. Als Merkhilfe macht sie es einfacher, sich die jeweiligen Inhalte einzuprägen. Dazu lässt die Eselsbrücke visuelle oder akustische Verknüpfungen entstehen, indem sie die Fakten oder Zahlen zum Beispiel in einen Reim, einen Spruch oder ein kurzes Lied verpackt.

Eine andere Möglichkeit ist, einzelne Daten zu einer Geschichte zusammenzufügen. Diese Technik wird auch als Mnemotechnik bezeichnet.

Dass eine Eselsbrücke so heißt, hat tatsächlich etwas mit dem Esel zu tun. So ist ein Esel sehr wasserscheu. Weil er bei einer spiegelnden Wasseroberfläche nicht einschätzen kann, wie tief das Wasser ist, weigert er sich konsequent, durch Bäche, Flüsse und andere Wasserläufe zu gehen.

Damit ein Esel Wasserflächen überqueren kann, muss für ihn also eine Brücke gebaut werden. Dadurch kommt er, wenn auch über einen kleinen Umweg, an sein Ziel.

Beispiele für Eselsbrücken

Es gibt eine Vielzahl an Eselsbrücken, die dabei helfen, sich Wissen aus den verschiedensten Bereichen zu merken und jederzeit abzurufen.

Hier ein paar berühmte Beispiele:

Die Planeten

Dass unser Sonnensystem aus acht Planeten besteht und die Erde einer davon ist, ist vielen bekannt.  Die Planeten zu benennen und dabei auch noch in der richtigen Reihenfolge aufzuzählen, ist hingegen schon deutlich schwieriger.

Doch ein bewährter Merksatz schafft Abhilfe. Er lautet: „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel.“

Die Anfangsbuchstaben der Eselsbrücke stehen für die acht Planeten in ihrer exakten Reihenfolge, nämlich Mein – Merkur, Vater – Venus, erklärt – Erde, mir – Mars, jeden – Jupiter, Sonntag – Saturn, unseren – Uranus und Nachthimmel – Neptun.

Der Verlauf der Sonne und die Himmelsrichtungen

Unsere Vorfahren orientierten sich am Lauf der Sonne und zum Teil war es sogar überlebensnotwendig, zu wissen und richtig einzuschätzen, wann die Sonne wo und wie steht. Heute können wir zwar einfach auf die Uhr schauen.

Trotzdem ist die Kenntnis des Sonnenverlaufs hilfreich und nützlich. Und beim Merken hilft dieser Spruch: „Im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie ihren Lauf, im Westen wird sie untergehen, im Norden ist sie nie zu sehen.“

Der Verlauf der Sonne hilft auch dabei, die Himmelsrichtungen zu bestimmen. Doch dafür gibt es ebenfalls eine eigene Eselsbrücke, nämlich „Nie ohne Seife waschen.“ Die Anfangsbuchstaben stehen für die Himmelsrichtungen im Uhrzeigersinn, also Nie – Norden, ohne – Osten, Seife – Süden, waschen – Westen.

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Die deutschen Bundeskanzler

Die Kanzler der Bundesrepublik Deutschland aufzählen zu können, gehört zum Allgemeinwissen. Den einen oder anderen Bundeskanzler kann sicher jeder nennen.

Wenn es aber darum geht, alle Bundeskanzler in der Reihenfolge aufzuzählen, in der sie im Amt waren, kommen viele an ihre Grenzen.

Glücklicherweise hilft hier ein Merksatz weiter. Er geht so: „Alle ehemaligen Kanzler bringen samstags knusprige Semmeln mit Senf.“ Die Anfangsbuchstaben der Wörter stehen für die Bundeskanzler in der Reihenfolge ihrer Amtszeit, nämlich Adenauer, Erhard, Kiesinger, Brandt, Schmidt, Kohl, Schröder, Merkel und Scholz.

Die Zeitumstellung

Zweimal pro Jahr wird die Uhr umgestellt, nämlich einmal eine Stunde vor und einmal eine Stunde zurück. Und vor jeder Zeitumstellung taucht die Frage auf, in welche Richtung es dieses Mal geht.

Um die Frage künftig problemlos beantworten zu können, bietet sich folgende Eselsbrücke an:

Im Frühling werden die Gartenmöbel VOR die Tür gestellt, im Herbst kommen sie ZURÜCK in den Schuppen. Damit ist klar, dass die Uhr im Frühjahr um eine Stunde vorgestellt und im Herbst zurückgedreht wird.

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Die Länge der Monate

Einige Monate haben 30 Tage, andere Monate 31 Tage und der Februar zählt normalerweise 28 Tage, in Schaltjahren 29 Tage. Um sich einprägen zu können, wie lang die einzelnen Monate sind, gibt es eine Eselsbrücke, bei der die Hände zum Einsatz kommen.

Dafür wird eine Hand zur Faust geballt. Ob es die rechte oder die linke Hand, spielt keine Rolle. Durch die Faust treten die Knöchel hervor, während sich dazwischen Täler bilden.

Jetzt kann ganz simpel abgezählt werden, beginnend beim Knöchel des Zeigefingers bis zum Knöchel des kleinen Fingers und von diesem Knöchel aus wieder zurück. Dabei stehen die Knöchel für die langen Monate mit 31 Tagen und die Täler dazwischen für die kurzen Monate.

Die Rechenzeichen

Im Verlauf der Schulzeit müssen sich Schüler etliche mathematische Regeln und Formeln merken. Zu den absoluten Grundlagen gehört die Reihenfolge, in der die einzelnen Rechenschritte in einer Gleichung durchgeführt werden.

Eine simple Eselsbrücke an dieser Stelle lautet „KLAPS“.

KLAPS steht für Klammer – Punkt – Strich und besagt somit, dass zuerst die Klammer ausgerechnet wird, danach die Punktrechnung (multiplizieren und dividieren) stattfindet und zum Schluss die Strichrechnung (addieren und subtrahieren) erfolgt.

Rechtschreibung

Auch für die deutsche Rechtschreibung gibt es jede Menge Eselsbrücken und Merksätze, die es einfacher machen, sich die Rechtschreibregeln einzuprägen.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Das s in „das“ bleibt allein, passt auch dieses, jenes, welches rein.

  • Wer nämlich mit „h“ schreibt, ist dämlich.

  • Gehört „seit“ zu seiner Zeit, sorge nicht mit „d“ für Heiterkeit.

  • Trenne nie das „s“ vom „t“, denn das tut den beiden weh.

  • „Gar nicht“ wird gar nicht zusammengeschrieben.

Tipps für eigene Merkhilfen

Auch wenn es zu so ziemlich allen Themen und Fächern verschiedenste Eselsbrücken gibt, lässt sich manchmal nichts Passendes finden. Mitunter sind die Daten oder Fakten aber auch so speziell, dass kein Merksatz existiert.

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In diesem Fall bietet es sich an, selbst kreativ zu werden und sich eigene Eselsbrücken zu bauen. Und wer die Merktechnik einmal beherrscht, kann sie später in vielen Bereichen nutzen.

Verknüpfungen finden

Viele komplizierte Wörter und Fachausdrücke klingen so ähnlich wie einfache Begriffe. Hilfreich kann deshalb sein, alle Wörter aufzuschreiben, die einem Fachbegriff ähneln oder einem spontan dazu einfallen.

Dabei sind die spontanen Ideen meist die besten, denn sie kommen aus dem Bauch heraus und sind deshalb schon im Gedächtnis verankert.

Die gefundenen Verknüpfungen können dann mit dem Fachbegriff verbunden werden, entweder als einzelne Wörter oder formuliert in einem Merksatz.

Reimen

Anstelle von Verknüpfungen können auch Reime gebildet werden. Dabei kommt es nicht darauf an, dass es sich um einen sauberen Reim handelt oder der Satz einen Sinn ergibt.

Ganz im Gegenteil sind es sogar oft unsinnige, lustige oder schräge Reime, die sich besonders gut einprägen. Auch Wortspiele eignen sich gut als Eselsbrücke.

Geschichten ausdenken

Daten, Fakten und Zahlen prägen sich gut ein, wenn sie in eine Geschichte verpackt sind. Dabei muss die Geschichte nicht unbedingt in sich geschlossen sein oder einen Sinn haben.

Es geht vielmehr darum, eigene Verknüpfungen und Bilder zu kreieren, die sich zu einer Geschichte zusammenfügen und so immer wieder abgerufen werden können.

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