Die richtige Einstellung zum Lernen entwickeln – in 3 Schritten

 Die richtige Einstellung zum Lernen entwickeln – in 3 Schritten  

Experten, Unternehmen und sogar Universitäten beklagen, dass vielen Schülern eine gewisse Reife und Alltagskompetenzen fehlen. Viele Lerninhalte aus dem Schulunterricht wären bestenfalls oberflächlich verankert. In der Folge wären Schüler, Schulabgänger und Berufseinsteiger oft nicht in der Lage, Aufgaben eigenständig zu erledigen oder gar selbst die Initiative für Handlungen zu ergreifen.

Völlig aus der Luft gegriffen ist diese Kritik sicherlich nicht. Andererseits ist es auch nicht ganz fair, den Schulen den schwarzen Peter zuzuschieben. Der entscheidende Punkt dürfte vielmehr die Einstellung zum Lernen sein. Und diese Einstellung müssen die Kinder entwickeln.

 

Die richtige Einstellung zum Lernen entwickeln – in 3 Schritten

Wenn ein Schüler seine Schulsachen genervt in die Ecke pfeffert oder sich über die in seinen Augen völlig blödsinnigen und überflüssigen Lerninhalte beklagt, fällt gerne mal ein Satz wie: „Du lernst nicht für die Schule, sondern fürs Leben.“ An dieser alten Weisheit ist durchaus etwas dran.

Doch ein Kind kann das so noch nicht wissen und auch nicht erfassen. Denn für das Kind zählen zunächst einmal nur die Lerninhalte, mit denen es in der Schule konfrontiert ist. Dass auch die Haltung und die Vorgehensweisen beim Lernen als solches zur Bildung gehören, muss das Kind erst verstehen. An dieser Stelle sind dann die Eltern gefragt. Sie sollten ihr Kind darin unterstützen, die richtige Einstellung zum Lernen zu entwickeln.

Dabei wiederum gibt es drei Aspekte, die von Bedeutung sind:

Wenn das Kind gelernt hat, selbstständig zu arbeiten, kann es sich Lerninhalte leichter erschließen. Kann sich das Kind die Lerninhalte selbst erschließen, kann es sein Wissen kontinuierlich vertiefen. Dadurch gewinnt es an Sicherheit und Selbstbewusstsein, wenn es gilt, Aufgaben zu bewältigen und eigenständig Lösungen zu finden.

Da die drei Aspekte aufeinander aufbauen, lassen sich daraus drei Schritte ableiten, die dazu beitragen, die richtige Einstellung zum Lernen zu entwickeln:

 

Schritt 1: das selbstständige Lernen fördern

Die Eltern sollten ihr Kind dazu ermutigen, aktiv nach Lösungen zu suchen, wenn bei den Hausaufgaben oder im Zusammenhang mit dem Unterrichtsstoff Unklarheiten auftauchen. Dazu können sie ihrem Kind verschiedene Medien zur Verfügung stellen, in denen sich weitere Informationen zu den jeweiligen Inhalten finden. Bei diesen Medien kann es sich um Bücher, Lexika und auch den Computer handeln.

Das Kind lernt dadurch, über den Tellerrand hinauszuschauen und sich den Inhalten eigenständig zu nähern. Auch praktische Hilfsmittel können sehr gute Dienste leisten. Durch beispielsweise Schablonen, Bastelmaterialien, simple Werkzeuge, zweckentfremdete Spielsachen oder einen Experimentierkasten kann das Kind die Inhalte aus Fächern wie Mathe und Physik spielerisch erfassen und aktiv nachvollziehen.

Anfangs sollten die Eltern aber noch etwas Hilfestellung leisten. Denn das Kind muss auch lernen, sich auf die wesentlichen Punkte einer Aufgabe zu konzentrieren und systematisch vorzugehen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sich das Kind verzettelt und den Überblick verliert oder bei ganz anderen Themen landet.

 

Schritt 2: das Vertiefen von Inhalten fördern

Um einen Inhalt wirklich zu erschließen und das Wissen dazu nachhaltig zu verankern, reicht es nicht aus, einen Stoff durchzuarbeiten und sich die wesentlichen Punkte einzuprägen. Stattdessen sitzt ein Stoff erst dann richtig, wenn der Lernende Schlussfolgerungen ziehen, Zusammenhänge erkennen und das Gelernte auch auf andere Bereiche übertragen kann.

Die Eltern können ihr Kind unterstützen, indem sie es bitten, den eben behandelten Stoff in eigenen Worten zusammenzufassen und zu erklären. Anhand der Schilderungen wird schnell klar, ob und wo Unsicherheiten bestehen, wo sich eventuell Fehler eingeschlichen haben und wo noch Lücken vorhanden sind. Damit kann sich das Kind dann noch einmal gezielt beschäftigen.

Können die Eltern den Ausführungen ihres Kindes nicht ganz folgen, können und sollten sie nachhaken. Dadurch lernt das Kind im Laufe der Zeit, Aussagen auf den Punkt zu bringen. Gerade bei Fachbegriffen und Fremdwörtern gilt, dass das Kind in der Lage sein sollte, jede Vokabel, die es verwendet, auch zu erklären. Gleichzeitig lernt das Kind, sich durch Rückfragen nicht verunsichern oder aus dem Konzept bringen zu lassen, sondern souverän damit umzugehen. 

 

Schritt 3: das Selbstbewusstsein fördern   

Wenn sich die Mühe auszahlt und das Lernen mit einer guten Note bei einer Klassenarbeit oder einem Referat belohnt wird, ist das ein tolles Erfolgserlebnis, das den Schüler stolz macht. Gleichzeitig motivieren Lernerfolge dazu, weiterzumachen und sich auch schwierigeren Aufgaben zuzuwenden.

Die Eltern sollten ihr Kind einerseits darin unterstützen, Herausforderungen anzunehmen. Gleichzeitig sollten sie ihrem Kind aber auch verdeutlichen, dass sich nicht jedes Problem ohne Weiteres lösen lässt und dass es dazugehört, gelegentlich an seine Grenzen zu stoßen und aufgeben zu müssen. Auch ein Scheitern kann das Selbstbewusstsein stärken, wenn es nicht mit einem Versagen gleichgesetzt wird. Außerdem sind Fehler und Rückschläge, vor allem aber der richtige Umgang damit ebenfalls ein wichtiger Teil des Lernprozesses.

Wenn das Kind Wissen angesammelt hat und weiß, wie es sich Lerninhalte erschließen kann, wird es sich sicherer fühlen. Sicherheit wiederum fördert das Selbstbewusstsein. Dem Kind wird es leichter fallen, Fragen zu stellen, wenn es etwas nicht verstanden hat. Kommt es nicht weiter, wird das Kind eher versuchen, andere Ansätze zu finden und neue Wege zu gehen. Auf diese Weise sammelt das Kind Lernerfahrung, die ihm dabei hilft, sich den verschiedensten Themen eigenständig anzunähern.

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