Die wichtigsten Infos zum sog. Zweiten Bildungsweg, 1. Teil

Die wichtigsten Infos zum sog. Zweiten Bildungsweg, 1. Teil

Als etwa zehnjähriges Kind weiß längst nicht jeder, was er später beruflich machen will. Doch ungefähr in diesem Alter wird der Grundstein für die schulische Laufbahn gelegt. Die Grundschule ist dann nämlich vorbei und der Wechsel auf eine Hauptschule, eine Realschule oder ein Gymnasium findet statt.

Infos zum Zweiten Bildungsweg

Der Schulabschluss wiederum entscheidet darüber, ob es mit einer Berufsausbildung oder einem Studium weitergehen kann.

Grundsätzlich ist es zwar möglich, die Schulform zu wechseln. Besucht ein Schüler zum Beispiel die Realschule und sind seine Leistungen sehr gut, kann er auf ein Gymnasium wechseln. Andersherum kann ein Schüler, der sich auf dem Gymnasium schwertut, in einer Realschule weitermachen.

Allerdings kommt ein Schulwechsel in der Praxis nicht allzu oft vor. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass der Schüler oft wenig Lust hat, noch einmal von vorne anzufangen, wenn er auf seiner Schule schon alles kennt, in seinen Klassenverband integriert ist und seinen Freundeskreis aufgebaut hat.

Und dann gibt es da ja auch noch die Pubertät. In dieser doch eher rebellischen Lebensphase habe viele Jugendliche alles Mögliche im Kopf – nur nicht die Schule und die berufliche Zukunft. Die Folge davon ist oft, dass die Schule halt irgendwie zu Ende gebracht wird. Viele Schüler kriegen dann zwar noch die Kurve und schaffen einen guten Schulabschluss. Genauso kann es jedoch passieren, dass ein Schüler durch die Abschlussprüfung rasselt.

Letztlich ist das alles aber halb so wild. Denn in Deutschland besteht die Möglichkeit, den Schulabschluss nachzuholen. Und dabei spielt es keine Rolle, ob ein ehemaliger Schulmuffel die Schule komplett ohne Abschluss verlassen hat oder ob er zwar einen Schulabschluss hat, jetzt aber einen höheren Schulabschluss anstrebt. Das Stichwort dazu lautet: Zweiter Bildungsweg. Er macht es möglich, die schulischen Leistungen gerade zu rücken.

Nur: Wie funktioniert das Ganze? Welche Abschlüsse kann der Schüler nachholen? Welche Schularten gibt es? Was sind die Voraussetzungen? Und was sollte der Schüler bedenken?

In einem zweiteiligen Beitrag haben wir die wichtigsten Infos zum sog. Zweiten Bildungsweg zusammengetragen.

Was sollte sich der Schüler im Vorfeld klarmachen?

Der sogenannte Zweite Bildungsweg eröffnet dem Schüler die Möglichkeit, einen (höheren) Schulabschluss nachzuholen. Doch bevor sich der Schüler an die Arbeit macht, sollte er erst einmal für sich selbst klären, welches Ziel er genau verfolgt. Denn ein Abschluss über den zweiten Bildungsweg geht mit viel Arbeit einher und erfordert einen großen Einsatz.

Plant der Schüler den zweiten Bildungsweg, weil es vielleicht gar nicht schlecht wäre, den Abschluss zu haben, ist die Wahrscheinlichkeit, dass seine Motivation früher oder später flöten geht, ziemlich groß. Hat er hingegen ein festes Ziel vor Augen, steigen auch die Chancen, die Sache erfolgreich zu Ende zu bringen.

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Außerdem sollte sich der Schüler ehrlich fragen, ob er die notwendige Disziplin wirklich aufbringen will und kann. Möchte er ernsthaft noch einmal die Schulbank drücken? Bekommt er das Lernen und seinen Alltag unter einen Hut? Kann er die finanziellen Einschränkungen, die möglicherweise entstehen, stemmen? Bis der Schüler den angestrebten Schulabschluss in der Tasche hat, vergehen üblicherweise drei bis vier Jahre. Deshalb ist sehr wichtig, dass sich der Schüler klar macht, was auf ihn zukommt.

Welche Schulabschlüsse sind über den Zweiten Bildungsweg möglich?

Auf dem zweiten Bildungsweg kann der Schüler prinzipiell jeden Abschluss erwerben, den es im deutschen Bildungsweg gibt. Da wäre zunächst einmal der Hauptschulabschluss. Er ist gewissermaßen der grundlegende Schulabschluss und wird im Normalfall nach der neunten Klasse erreicht.

Je nach Bundesland heißt der Hauptschulabschluss anders, zum Beispiel Erster allgemeiner Abschluss oder Berufsbildungsreife. Die meisten Unternehmen erwarten mindestens den Hauptschulabschluss, damit ein Bewerber als Azubi eingestellt werden kann.

Der nächst höhere Abschluss ist der Realschulabschluss. Er wird auch Mittlere Reife oder Qualifizierter Sekundarabschluss I genannt. Für viele Berufsausbildungen ist inzwischen ein Realschulabschluss die Voraussetzung. Außerdem braucht der Schüler oft die Mittlere Reife, wenn er eine Berufsfachschule besuchen will.

In einigen Bundesländern kann der Schüler mit einem Realschulabschluss auch auf eine Fach- oder Berufsoberschule gehen und dort dann die Hochschulreife machen.

Die Hochschulreife gliedert sich in die fachgebundene und die allgemeine Hochschulreife. Die fachgebundene Hochschulreife wird auch als Fachabitur bezeichnet und berechtigt dazu, eine Fachhochschule zu besuchen.

Im Unterschied dazu ermöglicht die allgemeine Hochschulreife, die auch einfach nur Abitur genannt wird, ein Studium an allen Hochschulen und Universitäten. Der Zweite Bildungsweg wird übrigens am häufigsten dazu genutzt, das Abitur nachzuholen.

Welche Voraussetzungen gelten für den Zweiten Bildungsweg?

Möchte der Schüler einen Schulabschluss auf dem zweiten Bildungsweg nachholen, muss er mindestens 19 Jahre alt sein. Außerdem muss er entweder beruftätig oder bei der Arbeitsagentur arbeitsuchend gemeldet sein.

Und es wird erwartet, dass der Schüler bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen oder zumindest zwei Jahre lang gearbeitet hat. Die Schulausbildung selbst dauert dann, je nach angestrebtem Abschluss und Schulform, drei bis vier Jahre.

Im 2. Teil erklären wir, welche Schularten es beim Zweiten Bildungsweg gibt und wie der Schüler seinen Schulabschluss finanzieren kann.

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