Entspannteres Lernen mit den Kindern – 8 Tipps, 2. Teil

Entspannteres Lernen mit den Kindern – 8 Tipps, 2. Teil

Nach einem manchmal ganz schön anstrengenden Tag in der Schule möchten viele Schüler gerne einfach nur wieder Kind oder Teenie sein. Sie wollen spielen, draußen herumtoben, sich mit Freunden treffen, Musik hören oder es sich vorm Fernseher gemütlich machen. Doch kaum sind die Teller vom Mittagessen in die Spülmaschine geräumt, erinnern die Eltern auch schon an die Hausaufgaben oder die nahende Klassenarbeit.

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Entspannteres Lernen mit den Kindern - 8 Tipps, 2. Teil

Kein Wunder also, dass nicht nur die Stimmung ganz schnell kippen, sondern gleich richtig die Fetzen fliegen können, sobald das Wort Lernen fällt.

Reibereien lassen sich im Familienalltag nicht vermeiden. Genauso ist es völlig normal, wenn ein Kind mal schlechte Laune hat und seine Schulsachen nur widerwillig hervorholt. Aber am Lernen führt eben kein Weg vorbei. Und es muss keineswegs so sein, dass es jedes Mal Stress gibt.

In einem zweiteiligen Beitrag haben wir acht Tipps für ein entspannteres Lernen mit den Kindern zusammengetragen. Hier ist der 2. Teil!:

  1. Interesse wecken

Schulbücher und Arbeitsblätter zu studieren, um dann Formeln, Jahreszahlen, Vokabeln, Gedichte oder Daten und Fakten zu einem Sachthema auswendig zu lernen, ist auf Dauer nicht nur langweilig und eintönig. Stattdessen fällt es vielen Kindern schwer, sich reine Theorie einzuprägen. Werden die Inhalte hingegen greifbar, ist es viel leichter, sich die Sachen zu merken.

Es ist nicht bei allen Schulfächern möglich, den Lernstoff zum Leben zu erwecken. Physikalische Formeln oder chemische Experimente lassen sich schließlich nur begrenzt im heimischen Wohnzimmer nachstellen.

Geht es aber zum Beispiel um Geschichte, finden sich in der Stadt oder in der näheren Umgebung bestimmt Kirchen, Brunnen, Tore, Schlösser, Burgen, Skulpturen oder andere Sehenswürdigkeiten, die mit der jeweiligen Zeit zusammenhängen. Ein Ausflug dorthin kann dem Schüler helfen, einen Bezug zu den trockenen Zahlen und Daten herzustellen. Bei naturwissenschaftlichen Fächern kann der Besuch eines Museums auf die Sprünge helfen.

Aber es müssen gar nicht immer Ausflüge sein. Auch ein spannender Film oder ein gutes Buch kann das Interesse an einem Thema wecken. Liest das Kind beispielsweise Geschichten, die im alten Rom spielen, bleiben Namen und Jahreszahlen einfacher hängen.

Letztlich geht es wirklich darum, das Interesse zu wecken. Denn wer sich für etwas interessiert, ist nicht nur dazu bereit, sich mit dem Thema zu befassen. Sondern er entwickelt oft auch den Ehrgeiz, selbst komplexere Sachverhalte und Zusammenhänge zu verstehen. Deshalb sollten die Eltern nach Möglichkeiten suchen, um den Nachwuchs für die Lerninhalte zu begeistern.

  1. Zwischendurch Übungen einstreuen

Im Alltag gibt es dauernd Situationen, die sich prima für eine Mini-Übung eignen. Fragt das Kind zum Beispiel nach der Uhrzeit, wie lange es noch bis zu den nächsten Ferien dauert oder den wievielten Geburtstag die Oma feiern wird, müssen die Eltern nicht direkt auf die Frage antworten.

Stattdessen können sie gemeinsam mit dem Kind nach der Antwort suchen. Dazu können sie das Kind selbst die Uhrzeit ablesen lassen, zusammen am Kalender die Tage oder Wochen abzählen oder das Alter der Oma als Rechenaufgabe nennen („Die Oma wird so alt wie du plus xy Jahre, also …?“)

Auch wenn das Kind in der Küche mithilft, ergeben sich Gelegenheiten für eingestreute Aufgaben. Mengen umrechnen oder Dinge auf Englisch benennen, zum Beispiel.

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Natürlich geht es nicht darum, ständig Aufgaben zu stellen. Wenn die Eltern aber hin und wieder eine kleine Frage einbauen, wird das Kind mitmachen. Und wenn das Kind nebenbei und spielerisch zwei, drei Minuten lernt, ist damit auf lange Sicht und in der Summe gesehen schon viel gewonnen.

  1. Ganz klassisch motivieren

Eine alte Redewendung besagt: “Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.” Was im ersten Moment vielleicht etwas antiquiert klingen mag, funktioniert in der Praxis erstaunlich gut. Denn die Aussicht auf Freizeit, die das Kind mit Spielen, Fernsehen oder Freunden und vor allem ohne Schulbücher und -hefte verbringen kann, spornt dazu an, die lästigen Hausaufgaben so schnell wie möglich zu erledigen.

Die Eltern können an diesem Punkt behutsam nachhelfen. Verabreden sie mit dem Kind, dass es nach den Schularbeiten wirklich freie Zeit für sich hat, wird das das Kind motivieren, den Pflichtteil zügig hinter sich zu bringen.

Einige Kinder lassen sich auch durch Vorbilder oder Zukunftspläne zum Lernen bewegen. Träumt das Kind zum Beispiel davon, später einmal in einem großen Haus zu wohnen und ein chices Auto zu fahren, können die Eltern erklären, dass es dafür einen guten Job und ein solides Einkommen braucht.

Doch das klappt nur mit einer vernünftigen Ausbildung. Diese wiederum setzt voraus, dass das Kind schon früh fleißig gelernt hat. Ähnlich ist es mit dem Verweis auf Idole. Ein großer Sport- oder Musikstar wäre schließlich nicht so erfolgreich, wenn er nicht jeden Tag geübt hätte.

  1. Aus dem Lernen eine Exklusivzeit machen

Grundsätzlich sollten die Eltern das Kind nicht ständig kontrollieren oder ihm alles vorkauen. Besser ist, sie halten sich im Hintergrund und helfen dann weiter, wenn das Kind Hilfe braucht.

Aber es gibt eben auch Inhalte, die sich ein Kind alleine nicht erarbeiten kann. Und mancher Lernstoff prägt sich einfach besser ein, wenn jemand das Kind abfragt. Bei Vokabeln oder reinen Daten ist das zum Beispiel der Fall.

Die Eltern können sich das zunutze machen, indem sie die Lernzeit zur exklusiven Zeit mit dem jeweiligen Elternteil erklären. Die meisten Kinder genießen es, wenn sie die Mama oder den Papa ganz für sich alleine haben und sich die Aufmerksamkeit eben nicht mit den Geschwistern teilen müssen.

Gleichzeitig fühlen sie sich unterstützt und verstanden. Das Lernen gestaltet sich dadurch wesentlich leichter und entspannter.

Optimal ist, wenn sich die Eltern abwechseln und vielleicht sogar die Großeltern oder andere Verwandte mitmachen. Denn jeder erklärt anders. Und wenn ein Kind alleine zu Oma oder Opa kann, während die Geschwister daheim bleiben müssen, motiviert das zusätzlich.

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Bernhard Staube, 48 Jahre, Inhaber Agentur für Schülerhilfe, Sabine Menkemann, 43 Jahre, Lehrkraft Deutsch/ Mathe, Matthias Kurz, 39 Jahre, Pädagoge berufsbildene Schule, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zum Thema Bildung, Lernen, Schulen und Weiterbildung.

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