Farbe, Kleber und Knete zum Basteln selber machen – Infos und Rezepte

Farbe, Kleber und Knete zum Basteln selber machen – Infos und Rezepte

Die meisten Kinder haben zwar das ganze Jahr über Spaß daran, kreativ zu werkeln. Zumal es ja auch regelmäßig Anlässe gibt, um den Eltern, den Großeltern und anderen Verwandten selbstgemachte Geschenke zu überreichen. Doch vor allem in der kalten Jahreshälfte, wenn viel Zeit drinnen verbracht wird, hat das Basteln Hochsaison. Aber längst nicht alle Produkte, die im Handel angeboten werden und für Kinder gedacht sind, sind unbedenklich.

Farbe, Kleber und Knete zum Basteln selber machen - Infos und Rezepte

Die Eltern sollten vor einem Kauf deshalb einen genauen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen. Noch besser ist, wenn sie das Bastelmaterial selbst herstellen. Dadurch können sie sicher sein, dass keine bedenklichen Schadstoffe enthalten sind. Und wenn die Kids bei der Herstellung mithelfen, macht das Basteln gleich doppelt so viel Spaß.

Bleibt aber die Frage, wie sich Farbe, Kleber und Knete zum Basteln selber machen lassen.

Wir haben Infos und Rezepte!:

Ein paar Hinweise vorab

Geschäfte mit Spielsachen, Schreibwaren und Bastelbedarf halten eine große Auswahl an Materialien zum Malen und Basteln bereit. Doch das Aussehen und der Geruch von einigen Farben, Klebern und Knetmassen scheinen in einem Chemielabor besser aufgehoben zu sein als in Kinderhänden.

Andererseits ist es gar nicht notwendig, viel Material einzukaufen. Bei einem Spaziergang mit den Kids lassen sich in der Natur allerlei tolle Dinge sammeln, die verarbeitet werden können. Steine, Äste, Blätter oder Baumfrüchte wie Nüsse und Kastanien sind ein paar Beispiele.

Auch der Haushalt gibt viel Bastelmaterial her. Dazu gehören etwa Schwämme, Stoffreste, alte Zeitungen und Zeitschriften, Papprollen, Getränkekartons und Verpackungsmaterial.

Mit Zutaten aus der Küche lassen sich dann Kleber und Farben anrühren. Pflanzliche Lebensmittelfarben, die sonst zum Backen verwendet werden, sorgen für die Farbenpracht. Auch färbende Lebensmittel wie Rote Beete, Zwiebelschalen oder Curry eignen sich als Färbemittel.

Wichtig zu wissen ist aber, dass selbstgemachte Bastelmaterialien auf Wasserbasis nicht ewig halten. Sie verderben ungefähr nach der gleichen Zeit wie normale Lebensmittel. Aus diesem Grund ist sinnvoll, lieber kleinere Mengen herzustellen und zeitnah zu verbrauchen. Die meisten Bastelmaterialien sind schnell gemacht, so dass es kein Problem ist, sie öfter frisch anzurühren.

In der Zeit, in der die Bastelmaterialien nicht verwendet werden, sollten sie in verschlossenen Behältern im Kühlschrank aufbewahrt werden. So halten sie länger. Und sobald die Farben, der Kleber oder eine Knetmasse muffig riechen oder gar Schimmel zeigen, müssen sie direkt entsorgt werden.

Fingerfarben

Kleineren Kindern fällt es oft noch nicht so leicht, einen Stift oder Pinsel in der Hand zu halten und damit zu malen. Fingerfarben, die sie direkt mit ihren Händen verarbeiten können, sind da eine willkommene Alternative.

Aber natürlich haben auch größere Kinder und Erwachsene Spaß daran, buchstäblich in den Farbtopf zu greifen. Doch gerade bei Fingerfarben ist wichtig, dass sie keinerlei bedenklichen Stoffe enthalten. Die sicherste Lösung ist deshalb, die Farben selbst anzurühren.

Das wird benötigt

  • 50 ml Wasser und 35 g Mehl pro Farbton

  • Lebensmittelfarben

  • kleine Schraubgläser als Farbtiegel

So wird’s gemacht

Für einen Farbton kommen 50 ml Wasser in ein kleines Schraubglas. Anschließend wird das Wasser mit Lebensmittelfarbe im gewünschten Farbton eingefärbt. Da Lebensmittelfarben stark färben, genügt eine kleine Menge. Sollte die Intensität nicht ausreichen, kann nach und nach weitere Farbe hinzugefügt werden.

Dann das Mehl hinzugeben und die Mischung gut durchrühren, bis sie gleichmäßig und klumpenfrei ist. Wer möchte, kann das Glas auch verschließen und kräftig durchschütteln. Ist die Farbe noch zu flüssig, etwas mehr Mehl hinzugeben. Ist sie zu fest, mit wenig Wasser verdünnen.

Auf diese Weise werden so viele Farbtöne hergestellt, wie gewünscht und benötigt.

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Klebstoff

Grundsätzlich sollten zum Basteln Klebstoffe verwendet werden, die keine Lösemittel enthalten. Die flüchtigen Inhaltsstoffe dieser Kleber können nämlich Kopfschmerzen auslösen. Auch Klebestoffe mit einer sehr hohen Klebekraft wie zum Beispiel Sekundenkleber gehören nicht in die Hände kleiner Kinder.

Zum Basteln eignen sich Klebestifte, lösemittelfreie Klebstoffe oder auch Tapetenkleister ohne Konservierungsmittel. Mit einfachen Zutaten aus der Küche können die Eltern Bastelkleber für die Kids aber auch selbst anrühren.

Die benötigten Materialien

  • 250 ml Wasser

  • 30 g Speisestärke

  • ½ Teelöffel Salz

  • ½ Esslöffel Essig

  • Glasgefäß mit Deckel, zum Beispiel ein leeres Marmeladenglas

  • ausgemusterter Topf, kleine Schüssel und Rührwerkzeug

So geht’s

Zuerst werden 150 ml heißes Wasser in einen alten Topf gegeben. Dann das Salz hinzufügen und gut umrühren, bis das Salz vollständig aufgelöst ist.

In die kleine Schüssel werden 100 ml kaltes Wasser eingefüllt. Anschließend die Speisestärke hineingeben und glatt rühren.

Nun die aufgelöste Speisestärke unter Rühren zum Salzwasser geben. Danach den Topf auf den Herd stellen, die Mischung aufkochen und solange köcheln lassen, bis eine dickliche Klebemasse entstanden ist. Zwischendurch hin und wieder umrühren.

Hat die Masse die typische Konsistenz von einem Flüssigkleber, zum Schluss den Essig einrühren. Anschließend kann der Kleber in das Schraubglas umgefüllt werden. Sobald er abgekühlt ist, ist er einsatzbereit.

Knete

Knete gehört zu den altbewährten Bastelmaterialien für Kinder. Das Formen der weichen Masse lässt nicht nur tolle Kunstwerke entstehen, sondern fördert nebenbei auch die Feinmotorik.

Dabei lässt sich auch Knete ganz einfach zu Hause herstellen. Allerdings sollten die Eltern darauf achten, dass die Kleinen die Knete nicht in den Mund nehmen. Das wiederum gilt für selbstgemachte Knete genauso wie für gekaufte.

Die Zutaten

  • 500 g Mehl

  • 250 g Salz

  • 5 Esslöffel Zitronensäure in Pulverform

  • 7 Esslöffel Speiseöl

  • 400 bis 500 ml kochendes Wasser

  • Lebensmittelfarben

So geht’s

Zuerst kommen das Mehl, das Salz und die Zitronensäure in eine große Schüssel. Wenn die trockenen Zutaten miteinander vermengt sind, werden das Öl und das kochende Wasser hinzugefügt. Anschließend die Zutaten am besten zuerst mit dem Knethaken des Handmixers vermischen.

Danach, wenn das Wasser etwas abgekühlt hat, die Masse mit der Hand zu einem geschmeidigen Teig kneten. Die Wassermenge hängt vom Mehl ab. Ratsam ist deshalb, mit rund 400 ml zu beginnen und bei Bedarf weiteres Wasser hinzuzufügen.

Hat die Masse die richtige Konsistenz, kann sie in mehrere Portionen aufgeteilt werden. Anschließend in jede Portion soviel Lebensmittelfarbe hineinkneten, bis der gewünschte Farbton erreicht ist.

Sollen die kleinen Kunstwerke aus Knetmasse erhalten bleiben, sollten sie zwei Tage lang an der Luft trocknen. Danach werden sie bei 120 Grad eine gute Stunde lang im Backofen ausgehärtet. Bei sehr dicken Arbeiten oder einem vollen Backblech kann die Backzeit auf zwei Stunden ausgeweitet werden.

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Bernhard Staube, 48 Jahre, Inhaber Agentur für Schülerhilfe, Sabine Menkemann, 43 Jahre, Lehrkraft Deutsch/ Mathe, Matthias Kurz, 39 Jahre, Pädagoge berufsbildene Schule, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zum Thema Bildung, Lernen, Schulen und Weiterbildung.

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