Lerntipp: Mit der Fingermethode Vokabeln lernen

Lerntipp: Mit der Fingermethode Vokabeln lernen

Das Lernen von Vokabeln kann ganz schön langweilig sein. Doch mit der richtigen Methode kann es auch Spaß machen.

Spätestens, wenn die erste Fremdsprache auf dem Stundenplan steht, kommt die Zeit, in der auch Vokabeln gelernt werden müssen. Allerdings ist das Vokabellernen oft eine recht unbeliebte und ziemlich lästige Pflichtübung.

Der Grund hierfür ist, dass es einfach nicht besonders viel Spaß macht, irgendwelche Wörter auswendig zu lernen. Doch es geht auch anders. Nämlich beispielsweise mit der Fingermethode.

Und wie sie funktioniert, erklären wir in diesem Lerntipp.

 

Zehn Vokabeln reichen

Pädagogen sind sich einig, dass es besser ist, regelmäßig wenige Wörter zu lernen, als eine große Anzahl auf einmal und mit langen Pausen dazwischen. Daher werden auch in den Schulen die Vokabeln auf kleine Häppchen aufgeteilt. Und meist beinhaltet eine Lerneinheit nicht mehr als zehn neue Wörter.

Das ist insofern sehr praktisch, weil ein Mensch zehn Finger hat. Deshalb kann die Fingermethode ideal angewendet werden.

Und keine Sorge: Zehn neue Vokabeln als Lerneinheit klingt im ersten Moment nach ziemlich wenig. Doch wenn ein Schüler jeden dritten Tag zehn neue Vokabeln lernt, umfasst sein Wortschatz nach einem Monat schon 100 Vokabeln. Ein solider Grundwortschatz lässt sich also auch mit kleinen Lerneinheiten in recht kurzer Zeit aufbauen.

 

Mit der Fingermethode Vokabeln lernen

Nun aber zu unserem Lerntipp, der Fingermethode. Um diese Lerntechnik anzuwenden, werden lediglich die Hände, ein Blatt Papier, zwei Stifte und die Vokabeln, die gelernt werden müssen, benötigt.

Einen Karteikasten mit Karteikarten braucht es ebenso wenig wie eine App und auch der Computer kann ausgeschaltet bleiben. Die Lernblätter kann der Schüler überall mit hinnehmen und seine Vokabelkenntnisse jederzeit auffrischen. Die Fingermethode geht so:

 

  1. Schritt: die Hände zeichnen

Als erstes werden die beiden Hände nebeneinander auf ein Blatt Papier gezeichnet. Dazu legt der Schüler erst seine linke Hand auf das Papier, nimmt einen Stift in die rechte Hand und fährt die Umrisse seiner linken Hand mit dem Stift nach. Anschließend wiederholt der Schüler das Ganze mit der rechten Hand. Das Zeichnen der Hände macht den meisten Kindern viel Spaß und lockert die Lernsituation angenehm auf.

Hat der Schüler Schwierigkeiten beim Zeichnen der Umrisse, können die Eltern aber natürlich helfen. Außerdem können die Eltern die Vorlage mehrfach kopieren. So hat der Schüler einen Vorrat und kann direkt mit dem Lernen beginnen. Wenn den Schüler das Zeichnen der Hände als lockerer Einstieg in die Lerneinheit motiviert, macht ein Vorrat an Vorlagen aber wenig Sinn.

 

  1. Schritt: die Vokabeln eintragen

Nun werden die Hände beschriftet. Am besten verwendet der Schüler dabei Stifte in zwei Farben, nämlich eine Farbe für die Vokabel in der Fremdsprache und die andere Farbe für die deutsche Übersetzung. Die gewählten Farben sollten dann aber auch beibehalten werden. So sieht der Schüler immer auf einen Blick, welches die Vokabeln und welches die deutschen Wörter sind.

Beschriftet werden die Zeichnungen so: In jeden Finger wird eine Vokabel eingetragen. Und über jedem Finger wird die dazugehörige Übersetzung notiert. Die Reihenfolge bei der Beschriftung kann der Schüler selbst festlegen. Er kann also selbst entscheiden, ob er erst alle Vokabeln und danach die Übersetzungen aufschreibt oder ob er die Finger der Reihe nach durchgeht und zu jeder Vokabel gleich das deutsche Wort dazuschreibt. Wichtig ist nur, dass der Schüler die Beschriftung selbst erledigt. Denn das Schreiben der Wörter unterstützt den Lerneffekt.

Ein Lernblatt kann dann in etwa so aussehen:

[Fingermethode]

Um auch die visuelle Lernebene mit einzubeziehen, kann der Schüler jede deutsche Übersetzung mit einem kleinen Symbol oder Bild ergänzen. Das Bildchen erinnert den Schüler ebenfalls an die Bedeutung des Wortes. Wichtig ist aber auch hier, dass der Schüler die Motive selbst aussucht, sie bewusst den verschiedenen Vokabeln zuweist und sie alleine malt. Dabei müssen die Motive nicht zwangsläufig logisch sein. Handelt es sich bei der Vokabel beispielsweise um das Wort Blume, muss der Schüler also nicht unbedingt eine Blume malen. Stattdessen kann er jedes beliebige Motiv zeichnen, das er mit diesem Wort in Verbindung bringt. Denn die Motive sollen seine Eselsbrücken sein. Deshalb bleiben auch die Verknüpfungen dem Schüler selbst überlassen.

 

  1. Schritt: die Vokalen lernen

Ist das Lernblatt fertig, kann das eigentliche Lernen beginnen. Dafür legt der Schüler seine Hände so auf das Papier, dass seine Hände auf der Zeichnung aufliegen. Dadurch sind nur noch die deutschen Übersetzungen und, sofern vorhanden, die Zusatzbildchen zu sehen. Die Vokabeln hingegen sind von den Fingern abgedeckt.

Nun nimmt sich der Schüler das erste Wort vor und überlegt, wie die Vokabel dazu heißt. Die Vokabel spricht der Schüler laut aus. Anschließend hebt er den entsprechenden Finger, um zu überprüfen, ob er die richtige Vokabel gefunden hat. Ist das der Fall, legt er seinen Finger wieder ab und macht mit dem nächsten Wort weiter. War die Vokabel falsch, liest sich der Schüler die Vokabel noch einmal aufmerksam durch und versucht, sich das Wort einzuprägen. Nachdem sein Finger wieder auf der Zeichnung liegt, kann er einen neuen Versuch starten. So geht es reihum weiter, bis der Schüler alle Vokabeln auf diesem Lernblatt sicher beherrscht.

 

Die Fingermethode vielseitig nutzen

Der große Pluspunkt der Fingermethode ist, dass der Schüler spielerisch lernt und das Lernen mit einer aktiven Bewegung einhergeht. Die eigenen Hände einzusetzen und die einzelnen Finger anzuheben, macht Kindern mehr Spaß, als eine Spalte im Vokabelheft mit einem Blatt Papier abzudecken und nur dieses Papier zu verschieben. Die Kombination aus Zeichnen, Bewegen und Auswendiglernen lockert die Lernsituation auf und macht Spaß. Dadurch wird die Motivation fürs Vokabellernen gefördert.

Da die Vorlagen für die Lernblätter schnell gemacht sind, kann der Schüler verschiedene Varianten erstellen. Gibt es beispielsweise mehrere Vokabeln, die er sich einfach nicht einprägen kann, kann er diese Wörter in verschiedenen Zusammenstellungen auf seinen Lernblättern verteilen. Oder der Schüler kann das Prinzip umkehren und statt der Vokabeln die deutschen Übersetzungen in die Finger und dafür die Vokabeln über die Finger schreiben. Für Wiederholungen kann der Schüler ältere Lernblätter hervorkramen und durchgehen.

Und selbstverständlich eignet sich die Fingermethode nicht nur für das Lernen von Vokabeln. Auch Fachausdrücke, Abkürzungen, Eigennamen, Hauptstädte oder Matheformeln lassen sich auf diese Weise spielerisch lernen.

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