Tipps, um Diebstahl in der Schule zu vermeiden

Tipps, um Diebstahl in der Schule zu vermeiden 

Viele Eltern sind verunsichert, wenn sie erfahren, dass in der Schule ihres Kindes schon wieder ein Fahrrad, ein Geldbeutel, ein Mobiltelefon oder eine Jacke eines angesagten Labels gestohlen wurde. Diebstahl, Erpressung und Raub sind längst keine Phänomene mehr, die nur auf Schulhöfen von Problemvierteln in Großstädten auftreten.

Wurde etwas geklaut, ist das natürlich ärgerlich. Doch während der materielle Schaden ersetzt werden kann, wiegen die seelischen Folgen oft weit schwerer. Aber was können Schüler, Eltern und Lehrer tun?

 

Der folgende Ratgeber gibt Tipps, um Diebstahl in der Schule zu vermeiden:

 

Gelegenheit macht Diebe.

In vielen Schulen gibt es Garderoben vor den Klasserzimmern. Hier werden die Jacken, die Sportsachen und andere Gegenstände deponiert. Während des Unterrichts hängen sie dadurch aber unbeaufsichtigt im Flur. Gleichzeitig denkt nicht jeder Schüler daran, den Geldbeutel oder den Schlüsselbund aus der Jacke zu nehmen, wenn er ins Klassenzimmer geht. Die Klassenzimmer wiederum bleiben in den Pausen und nach Unterrichtsende häufig offen.

Auch die Umkleidekabinen werden nicht immer abgeschlossen, wenn die Schüler während des Sportunterrichts in der Turnhalle sind. Und nach dem Turnunterricht halten sich schon einige Schüler in den Umkleideräumen auf, während andere Schüler vielleicht noch die Turngeräte wegräumen oder unter der Dusche stehen.

All dies sind Situationen, die Mitschüler dazu verleiten können, zu Langfingern zu werden. Zumal es manchmal das Opfer selbst ist, das unabsichtlich und unbewusst dazu beiträgt, dass es zum Diebstahl kommt. Während das Opfer nämlich sein chices Smartphone aus der Tasche holt oder seinen Mitschülern voller Stolz die tollen neuen Sportschuhe oder die teure Markenjacke präsentiert, kann dies Begehrlichkeiten bei den Schülern wecken, die sich solche Dinge eher nicht leisten können.

 

Die Schule haftet bei einem Schaden meist nicht.

Die Schulen raten generell dazu, Wertsachen zu Hause zu lassen. Denn abschließbare Spinde sind an deutschen Schulen eher selten zu finden und für die Nutzung von Mobiltelefonen und anderem technischen Gerät auf dem Schulgelände gibt es meist klare Regeln. Geld brauchen die Schüler während des Schulunterrichts in aller Regel nicht. Ein paar Euro für einen Pausensnack reichen deshalb völlig aus.

Der Ratschlag der Schulen, besser keine Wertgegenstände mitzubringen, kommt aber nicht von ungefähr. In den Schul- und Hausordnungen sind nämlich meist sogenannte Freizeichnungsklauseln enthalten. Diese Klauseln beschränken die Haftung oder schließen sie gleich komplett aus. Für die Praxis heißt das: Kommt es zu einer Beschädigung oder einem Verlust, übernimmt die Schule bestenfalls die Haftung für solche Gegenstände, die für den Unterricht gebraucht werden.

Dies kann beispielsweise ein Taschenrechner oder die Brille des Schülers sein. Ersetzt wird der Schaden dann durch den sogenannten Kommunalen Schadensausgleich, kurz KSA. Er erstattet aber lediglich den Zeitwert und nicht die Kosten für einen Neukauf. Unter Umständen kann auch der Lehrer für einen Diebstahl haftbar gemacht werden.

Dies ist dann der Fall, wenn der Lehrer nachweislich seine Sorgfaltspflicht verletzt hat, indem er beispielsweise vergessen hat, einen Raum abzuschließen, der sonst immer abgeschlossen ist. Kommt es zu einem Diebstahl in der Schule, werden der Schüler oder seine Eltern aber in der überwiegenden Mehrheit aller Fälle auf dem Schaden sitzen bleiben.

Neben Mobiltelefonen, Geldbeuteln und Markenklamotten sind Fahrräder ein begehrtes Objekt von Langfingern. Hier gilt folgendes: Kommt der Schüler mit dem Fahrrad zur Schule, weil er das so möchte, liegt das Risiko, dass das Fahrrad auf dem Schulhof gestohlen werden könnte, bei ihm und seinen Eltern.

Hat hingegen der Lehrer vorgegeben, dass die Schüler ihre Fahrräder mitbringen sollen, kann die Schule bei einem Diebstahl haftbar gemacht werden. In diesem Fall wird das Fahrrad nämlich zu einem Gegenstand, der für die Teilnahme am Unterricht oder einer schulischen Aktivität benötigt wird.

 

Ein Diebstahl sollte immer verfolgt werden.

Dass der Geldbeutel, der Schlüssel, das Fahrrad, das Mobiltelefon oder ein Kleidungsstück geklaut wurde, ist nur der eine Aspekt. Natürlich ist ein solcher Verlust ärgerlich, aber der materielle Schaden ist oft nicht das eigentliche Problem. Schlimmer für das Opfer sind häufig die Unsicherheit und die Angst vor Wiederholungen.

Schließlich weiß der Betroffene nicht, wer sich an seinen Sachen bedient hat. Vielleicht war es ja ein Mitschüler, der sich als guter Freund ausgegeben und dem das Opfer vertraut hat? Damit ein vermeintlicher Bagatelldiebstahl nicht zur andauernden seelischen Belastung wird, sollte immer versucht werden, den Vorfall aufzuklären. Dazu sollte sich der betroffene Schüler zunächst an seinen Klassenlehrer wenden.

Mit etwas Glück ist der Gegenstand nur aus der Tasche gefallen und wurde inzwischen im Lehrerzimmer abgegeben. Andernfalls kann der Lehrer oder die Schulleitung Mitschüler befragen. Oft haben andere etwas gesehen. Nicht selten verrät sich der Dieb auch selbst, indem er vor anderen mit seiner Beute prahlt. Lässt sich die Sache nicht aufklären, können und sollten der Schüler oder seine Eltern die Polizei einschalten.

Den Täter zu fassen, ist vor allem in psychologischer Hinsicht wichtig. Den gestohlenen Gegenstand sieht das Opfer hingegen oft nicht mehr wieder. Denn der Dieb wird seine Beute häufig nicht behalten, sondern möglichst schnell zu Geld machen. In diesem Fall können der Schüler oder seine Eltern versuchen, den Schaden gerichtlich geltend zu machen. Allerdings sollten sie dann gut abwägen, ob sie wegen eines Bagatellschadens wirklich ein langwieriges und teures Gerichtsverfahren in Kauf nehmen wollen.

 

Der Schulhof kann zum Tatort werden.

Nicht immer bleibt es bei einem einfachen Diebstahl, der sich aus der Gelegenheit heraus ergibt. Mitunter nehmen Jugendliche anderen Mitschülern ganz gezielt Geld und Wertgegenstände ab. Oft drohen sie dabei Gewalt an oder werden sogar gewalttätig, wenn sich das Opfer weigert, die geforderten Sachen herauszugeben.

Schüler sprechen in diesem Zusammenhang vom Abziehen eines Opfers. Laut Polizei gehört diese Form von Erpressung und Raub zu den häufigsten Straftaten auf dem Schulhof. Zum Opfer werden dabei meist jüngere Schüler, Außenseiter oder Kinder, die sich kaum wehren können. Und ist einmal ein Opfer ausgemacht, gerät es meist mehrfach ins Visier des Täters.

Um den Kreislauf zu durchbrechen, sollte sich der Schüler unbedingt seinen Eltern anvertrauen. Zusammen können sie die Schulleitung informieren und die Polizei einschalten. Bei der Polizei gibt es speziell geschulte Vertrauensbeamte, die Schülern, Eltern und Lehrer als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. 

 

Checkliste: 7 Tipps gegen Diebstahl in der Schule

1.       Wertsachen sollten nicht in die Schule mitgenommen werden.

2.       Das Kind sollte in der Schule nur soviel Bargeld bei sich haben, wie es unbedingt braucht.

3.       Wichtige Gegenstände und teure Kleidungsstücke sollten mit Namenschildern versehen werden. Ein Dieb überlegt es sich vielleicht anders, wenn er den Schriftzug für einen Weiterverkauf nicht ohne Weiteres entfernen kann.

4.       Die individuellen Gerätenummern von Handy, Smartphone, Tablet und Co. sollten notiert werden. Bei Mobiltelefonen wird diese Nummer beispielsweise angezeigt, wenn die Tastenkombination *#06# eingetippt wird. Mithilfe der Gerätenummer lässt sich ein Gerät eindeutig identifizieren.

5.       Die Eltern sollten ihrem Kind vermitteln, dass es sich mit Problemen jederzeit an sie wenden kann. Nur so ist sichergestellt, dass sich das Kind seinen Eltern anvertraut und nicht weiterhin zum Opfer von Diebstahl und Erpressung wird.

6.       Die Eltern sollten die Vorfälle in der Schule unbedingt ernst nehmen und den Lehrer oder die Schulleitung informieren.

Wichtig ist, mit dem Kind ein selbstbewusstes und aufmerksames Auftreten zu üben. Je ängstlicher sich ein Kind präsentiert, desto größer ist die Gefahr, dass es angegriffen wird.

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