Wie geht es nach dem Abi weiter?

Wie geht es nach dem Abi weiter?

Wenn das letzte Schuljahr begonnen hat und das Abitur immer näher rückt, taucht immer öfter auch die Frage auf, wie es nach dem Abi weitergehen soll. Die Eltern, Großeltern und übrigen Verwandten wollen wissen, wie sich der Abiturient seine berufliche Zukunft vorstellt. Die Freunde erkundigen sich nach den Plänen und erzählen, wo sie sich schon beworben haben.

Wie geht es nach dem Abi weiter

Mitunter kann das den Abiturienten ganz schön unter Druck setzen. Denn längst nicht jeder Schüler weiß, in welche Richtung es gehen soll. Vielleicht hat der Schüler auch verschiedene Ideen und kann oder will sich noch nicht festlegen.

Genauso ist möglich, dass sich der Abiturient erst einmal auf die Prüfungen konzentrieren möchte und alles andere entscheidet, wenn er den Abschluss in der Tasche hat. Aber natürlich kann auch sein, dass der Abiturient schlichtweg ratlos ist. Schließlich stehen ihm nach dem Abi zahlreiche Wege offen.

Wie geht es nach dem Abi weiter?

Die vergangenen Jahre hat der Schüler damit verbracht, in die Schule zu gehen und zu lernen. Der Lohn für die ganzen Mühen ist, dass er nun sein Abitur in der Tasche hat. Er hat die Prüfungen erfolgreich gemeistert und kann stolz sein Abschlusszeugnis entgegennehmen.

Manchmal ist zwar ein bisschen Wehmut dabei, weil die Schulzeit endet und die Schulkameraden künftig getrennte Wege gehen. Aber meist überwiegt die Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt.

Einige Abiturienten können es kaum abwarten, ihre beruflichen Pläne endlich in die Tat umzusetzen. Doch es gibt mindestens genauso viele Schüler, die sich rat- und orientierungslos fühlen.

Denn wenn das Abi in der Tasche ist, eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten. Aber gerade das ist oft das Problem. Es ist nämlich gar nicht so einfach, sich einen Überblick zu verschaffen und die richtige Wahl zu treffen.

Um ein bisschen Hilfestellung zu bieten, zeigen wir die sechs grundsätzlichen Richtungen, in die es nach dem Abi gehen kann:

  1. Studium

Der klassische Weg ist, direkt nach dem Abi mit einem Studium zu beginnen. Durch die Hochschulreife bringt der Abiturient die wichtigste Voraussetzung mit, um an einer Universität, einer Hochschule oder einer Akademie zum Studium zugelassen zu werden.

Allerdings gibt es Studiengänge, für die allein das Abi nicht ausreicht. Stattdessen braucht der Abiturient einen bestimmten Notendurchschnitt (Numerus Clausus), damit er sich direkt für den Studiengang einschreiben kann.

Ist sein Notendurchschnitt schlechter, kommt er auf eine Warteliste. Außerdem bieten nicht alle Unis alle Studiengänge an. Und meist muss der Abiturient Bewerbungsfristen einhalten.

Plant der Abiturient ein Studium, sollte er sich deshalb frühzeitig auf den Webseiten der einzelnen Unis und Hochschulen informieren, was er dort studieren kann und wie er sich um einen Studienplatz bewerben muss.

  1. Duales Studium

Möchte der Abiturient zwar in eine akademische Laufbahn einsteigen, aber die nächsten Jahre nicht wieder nur Theorie pauken, kann ein duales Studium die richtige Lösung sein.

Bei einem dualen Studium wechseln sich Phasen, in denen der Abiturient zur Uni geht, mit Abschnitten ab, in denen er in einem Unternehmen oder einer Behörde arbeitet. Auf diese Weise lernt er die theoretischen Grundlagen und sammelt gleichzeitig Berufserfahrung.

Verglichen mit einem klassischen Studium bietet ein duales Studium den Pluspunkt, dass der Abiturient von Anfang an Geld verdient. Allerdings ist die Auswahl an Studiengängen etwas kleiner. Außerdem muss sich der Abiturient sowohl beim Arbeitgeber als auch an der Uni bewerben.

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  1. Berufsausbildung

Abi zu haben, bedeutet nicht, dass es unbedingt ein Studium werden muss. Vielmehr kann sich der Abiturient genauso gut für eine Lehre entscheiden. Tatsächlich gibt es inzwischen sogar recht viele Ausbildungsbetriebe, die bevorzugt Azubis mit Abi einstellen.

Die Berufsausbildungen gliedern sich in zwei Gruppen. Die eine Variante ist die duale Ausbildung. Hier lernt und arbeitet der Azubi an seinem Arbeitsplatz im Betrieb und besucht parallel dazu die Berufsschule.

Ähnlich wie beim dualen Studium sammelt der Azubi also schon während der Lehre Berufserfahrung. Außerdem verdient er seinen erstes Geld.

Die andere Variante ist die schulische Ausbildung. Sie ähnelt vom Grundprinzip her einem klassischen Studium. Denn der Azubi lernt den Beruf, indem er in die Schule geht. Zwischendurch absolviert er dann Praktika. Eine Vergütung gibt es bei einer schulischen Ausbildung in aller Regel nicht.

Und: Eine Berufsausbildung muss nicht das Ende sein. Viele Abiturienten erlernen einen Beruf, arbeiten ein paar Jahre und hängen anschließend ein Studium dran.

  1. Praktika und Jobs

Nicht jeder Abiturient hat eine klare Vorstellung davon, welchen Beruf er ausüben möchte. Manchmal steht noch nicht einmal fest, welcher Bereich es werden soll. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, ein paar Praktika zu absolvieren.

Auf diese Weise kann der Abiturient in verschiedene Berufe hineinschnuppern. Vielleicht findet er so seinen Traumberuf. Gleichzeitig stellt er fest, welche Tätigkeiten ihm nicht liegen.

Eine andere Möglichkeit ist, dass sich der Abiturient einen Job sucht. So kann er praktische Berufserfahrung sammeln und erst einmal Geld verdienen. Ein Aushilfsjob sollte zwar keine Dauerlösung werden und eine richtige Ausbildung ersetzen. Aber er kann eine gute Alternative sein, um die erste Zeit nach dem Abi sinnvoll zu nutzen.

  1. Freiwilligendienst

Eine lehrreiche und spannende Erfahrung kann ein Freiwilligendienst sein. Dabei kann sich der Abiturient in sozialen, ökologischen oder kulturellen Projekten engagieren. Zudem kann er während seines Einsatzes Kontakte knüpfen, die ihm später zugutekommen.

Auch die Bundeswehr kann ein interessanter Ansprechpartner sein. Die Wehrpflicht ist zwar ausgesetzt, aber der Abiturient kann freiwillig Wehrdienst leisten. Und viele wissen gar nicht, dass die Bundeswehr eine enorme Vielfalt an Berufen in nahezu allen Bereichen bietet.

Gut möglich also, dass der Abiturient hier fündig wird und sich im Anschluss an den Dienst für eine Ausbildung oder ein Studium im militärischen oder zivilen Bereich entscheidet.

  1. Auszeit

Es ist verständlich, wenn der Abiturient nach der langen Schulzeit erst einmal die Seele baumeln lassen und gar nichts machen will. Doch die Praxis zeigt, dass das ausgiebige Chillen nach ein paar Wochen langweilig wird. Und spätestens, wenn die Freunde ins Berufsleben starten, wird ihre Zeit begrenzt sein.

Allerdings kann der Abiturient die Auszeit nutzen, um zu reisen. Auf diese Weise lernt er nicht nur neue Orte und fremde Kulturen kennen, sondern kann auch seine Fremdsprachenkenntnisse vertiefen und seine interkulturellen Kompetenzen ausbauen.

Finanzieren kann er den Auslandsaufenthalt durch Work & Travel, Auslandspraktika oder eine Tätigkeit als Au-pair. Solche Stationen machen sich dann auch im Lebenslauf ziemlich gut.

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Bernhard Staube, 48 Jahre, Inhaber Agentur für Schülerhilfe, Sabine Menkemann, 43 Jahre, Lehrkraft Deutsch/ Mathe, Matthias Kurz, 39 Jahre, Pädagoge berufsbildene Schule, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zum Thema Bildung, Lernen, Schulen und Weiterbildung.

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