Infos und Tipps für den richtigen Umgang mit Schulnoten

Infos und Tipps für den richtigen Umgang mit Schulnoten

Ob nach einer Klassenarbeit oder bei der Zeugnisausgabe: Schlechte Noten sorgen regelmäßig für enttäuschte Gesichter, Frust und manchmal sogar Streit. Dabei würde es allen Beteiligten helfen, sich vor Augen zu führen, was die Schulnoten eigentlich bedeuten.

In der Schule werden regelmäßig Tests und Arbeiten geschrieben, die benotet werden.

Und zusätzlich dazu gibt’s zweimal im Jahr Zeugnisse, die die Leistungen des vergangenen Halbjahres oder des ganzen Schuljahres auf den Punkt bringen. Natürlich möchte ein Schüler lieber gute Noten nach Hause bringen als schlechte und verständlicherweise sehen es die Eltern gerne, wenn ihr Sprössling zu den guten oder sogar besten Schülern der Klasse gehört.

Aber es ist nun einmal nicht jeder Schüler ein Einser-Schüler und selbst einem sonst sehr guten Schüler kann es passieren, dass er eine Arbeit komplett verhaut.

Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, was überhaupt schlechte Noten sind. Natürlich sollten die Eltern die schulischen Leistungen ihres Kindes im Blick behalten und bei Bedarf eingreifen. Aber sie sollten nicht nur die reinen Zahlenwerte sehen. Sinnvoller ist, die Leistungen des Kindes entsprechend einzuordnen. Was das bedeutet?

Hier sind Infos und Tipps für den richtigen Umgang mit Schulnoten!

 

Wie sinnvoll sind Schulnoten?

Über die Schulnoten wird schon seit Jahren kontrovers diskutiert. Aus Sicht der Befürworter sind Noten eine bewährte und angemessene Form, um den aktuellen Leistungsstand einzuordnen und darzustellen. Die Gegner sehen das Benotungssystem von Eins bis Sechs kritisch und möchten, dass die schulischen Leistungen in einer anderen Form ausgedrückt werden. Vor allem in der Grundschule und teils in den unteren Klassenstufen bei weiterführenden Schulen sollten die Schulnoten nach Ansicht der Kritiker durch ein anderes Bewertungssystem ersetzt werden.

Dass es auch anders geht, machen andere Länder vor. In Finnland beispielsweise bekommen die Schüler erst ab der siebten Klasse Noten. In den PISA-Studien liegen die Leistungen der finnischen Schüler trotzdem regelmäßig weit über dem Durchschnitt. In Schweden werden die Leistungen ab dem sechsten Schuljahr benotet. Dann gibt es aber nur drei Noten, nämlich Sehr gut, Bestanden und Durchgefallen.

Im Unterschied dazu bekommen die Schüler in Kanada, das für sein qualitativ hochwertiges Schulsystem bekannt ist, ab dem ersten Schuljahr Noten. Die Beispiele zeigen, dass sich pauschal nicht sagen lässt, ob das Benotungssystem mit Schulnoten sinnvoll ist oder ob nicht.

In Deutschland hängt das Benotungssystem auch von der Schulform ab. So wird an Waldorfschulen bis zur Oberstufe auf Noten verzichtet. Ähnliches gilt für Schulen, die auf der Montessori-Pädagogik basieren. Hier wird weitestgehend ohne Schulnoten bewertet. Ansonsten ist das klassische Notensystem in Deutschland aber Standard.

 

Was sind eigentlich gute und was schlechte Noten?

Die Meinungen von Lehrern, Eltern und Schülern darüber, was gute und was schlechte Noten sind, gehen mitunter weit auseinander. Einige Eltern sind völlig zufrieden, wenn ihr Nachwuchs überwiegend Zweien und Dreien mit nach Hause bringt, bleiben aber auch dann entspannt, wenn es mal eine Vier wird. Andere Eltern hingegen sehen schon dann Handlungsbedarf, wenn im Zeugnis des Nachwuchses nur eine Zwei steht.

Dass Eltern ihren Sprössling unter den guten oder sehr guten Schülern sehen möchten, ist natürlich nur gut gemeint und auch nachvollziehbar. Der hohen Erwartungshaltung kann aber nicht jedes Kind gerecht werden. Statt nur eine einzelne Note oder den Notendurchschnitt zu sehen, sollten die Eltern deshalb besser versuchen, die Situation objektiv einzuordnen:

Welche Erwartungshaltung haben die Eltern gegenüber ihrem Kind und warum ist das so? Geht es ihnen wirklich nur darum, dass das Kind gute Noten haben soll, damit ihm später beruflich alle Möglichkeiten offen stehen? Oder steckt in Wahrheit ein Vergleich mit den Geschwistern oder anderen Kindern dahinter? Oder möchten die Eltern vielleicht, dass ihr Kind das leistet, was sie selbst so nicht geschafft haben?

Die Eltern sollten überprüfen, ob ihre Ansprüche realistisch sind und ob sie mit der Einschätzung der Lehrer übereinstimmen. Jedes Kind hat seine eigenen Bedürfnisse und bringt andere Voraussetzungen mit. Das Kind ständig unter Leistungsdruck zu setzen, hilft deshalb niemandem weiter. Zudem sollten sich die Eltern immer wieder vor Augen führen, wofür die Noten eigentlich stehen. Eine Zwei beispielsweise ist gleichbedeutend mit Gut, eine Drei bedeutet Befriedigend und eine Vier heißt Ausreichend. Oft gibt es also gar keinen Anlass für Schwarzmalerei.

 

Wie wichtig sind die Schulnoten im späteren Leben?

Wenn es darum geht, einen Ausbildungs- oder Studienplatz zu bekommen, kann der Notendurchschnitt vom Abschlusszeugnis eine entscheidende Rolle spielen. Je nach Beruf können auch nur die Leistungen in bestimmten Schulfächern maßgeblich sein. Einige Arbeitgeber interessieren sich für die Noten, weil sie daraus Rückschlüsse auf Stärken, Schwächen, Interessen und Eigenschaften ziehen. Insgesamt zählt für Arbeitgeber aber in erster Linie der erreichte Bildungsabschluss.

Und das muss, vor allem im späteren Berufsleben, nicht unbedingt der Schulabschluss sein. Stattdessen rückt der Berufsabschluss zunehmend in den Vordergrund. Die einzelnen Noten während der Schulzeit hingegen haben im späteren Leben kaum eine Bedeutung.

Wenn sich jemand, der eine Berufsausbildung absolviert hat und mehrere Jahre Berufserfahrung mitbringt, um einen Job bewirbt, fragt niemand danach, ob er in der Grundschule gut in Deutsch und Mathe war.

 

Was können die Eltern tun?

Grundsätzlich sollten sich die Eltern nicht nur nach Klassenarbeiten oder bei der Zeugnisvergabe mit den Noten beschäftigen, sondern die Schulleistungen ihres Kindes das ganze Jahr über im Blick behalten. Wichtig ist außerdem, dass sie ein solides Vertrauensverhältnis zu ihrem Nachwuchs aufbauen.

Das Kind muss wissen, dass es sich jederzeit an seine Eltern wenden und offen über die Schule sprechen kann. Und dass es keine Angst haben muss, mit einer schlechten Note nach Hause zu kommen. Fällt die eine oder andere Note schlechter aus als erwartet, sollten die Eltern ruhig bleiben und die Situation besprechen:

  • Gibt es momentan etwas, das das Kind beschäftigt, beispielsweise die Trennung der Eltern, ein Trauerfall, Liebeskummer, Streit im Freundeskreis oder schlicht die Pubertät?
  • Gab es einen Lehrerwechsel?
  • Wird das Kind in der Schule möglicherweise gemobbt?
  • Kommt das Kind in der Schule nicht richtig mit? Gibt es Defizite, die Nachhilfe oder eine intensivere Förderung notwendig machen?

Es macht einen großen Unterschied, ob sich nur eine Note verschlechtert hat oder ob die Schulleistungen im Ganzen nachgelassen haben und ob die schlechten Noten schlagartig aufgetreten sind oder eine längere Entwicklung dahintersteht. Dass ein Kind eine Klassenarbeit verhaut, passiert und macht überhaupt nichts.

Lassen die Schulleistungen in allen Fächern plötzlich oder kontinuierlich nach, sollten die Eltern behutsam versuchen, den Grund dafür herauszufinden. Der erste Schritt sollte dabei immer ein vertrauliches Gespräch mit dem Kind sein. Bringt das nichts, sollten sich die Eltern mit den Lehrern zusammensetzen.

Wichtig ist aber, dass die Eltern die Gesamtumstände sehen und die Bedürfnisse ihres Kindes berücksichtigen. Das Kind noch mehr unter Druck zu setzen oder gar Strafen in Aussicht zu stellen, wenn sich die Noten nicht verbessern, ist der falsche Weg.

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