Warum ein Kind regelmäßig alleine spielen sollte

Warum ein Kind regelmäßig alleine spielen sollte

Soziale Kontakte, der Austausch mit Gleichaltrigen und ein harmonisches Miteinander zu Hause sind sehr wichtig. Doch für die Entwicklung des Kindes ist ebenso wichtig, dass es öfters alleine spielt.

Natürlich sehen es die Eltern gerne, wenn ihr Kind fröhlich mit Gleichaltrigen spielt, im Kindergarten schnell Anschluss an die Gruppe findet und ausgelassen mit den Nachbarskindern herumtobt. Und wenn das Kind fragt “Spielst du mit mir?”, sagen die Eltern nur ungern “Nein”. Schließlich ist die Zeit mit dem Nachwuchs sehr wertvoll und verständlicherweise möchten die Eltern so oft wie möglich schöne Momente mit ihrem Kind genießen.

Entscheiden sich die Eltern für Maßnahmen im Rahmen der frühkindlichen Förderung, ist das ebenfalls gut gemeint. Durch Sprachkurse, Sport, Musikunterricht und andere Aktivitäten eignet sich das Kind schließlich Fähigkeiten und Eigenschaften an, von denen es im späteren Leben profitiert.

Zudem trägt die frühkindliche Förderung der natürlichen Neugier Rechnung und hilft dem Kind dabei, sich auszupowern. Und so einfach und schnell wie im frühen Kindesalter, lernt der Nachwuchs später nie wieder.

Aber: Für eine gesunde Entwicklung des Kindes ist mindestens genauso wichtig, dass es lernt, sich mit sich selbst zu beschäftigen.

 

Warum ein Kind regelmäßig alleine spielen sollte

Soziale Kontakte, das Interagieren mit anderen Kindern und den Geschwistern und die gemeinsame Zeit mit den Eltern, den Großeltern und anderen Familienmitgliedern sind für ein Kind sehr wichtig.

Denn dadurch lernt das Kind soziales Verhalten, Kommunikation und andere Aspekte des Miteinanders. Außerdem erfährt es Zuneigung und Geborgenheit, fühlt sich verstanden und weiß, dass es Menschen gibt, auf die es zählen kann. Doch die Eltern sollten ihr Kind regelmäßig auch alleine spielen lassen, denn das wirkt sich ebenfalls positiv auf seine Entwicklung aus.

Und dafür gibt es gute Gründe:

 

  1. Das Kind lernt, sich zu konzentrieren.

Wenn ein Kind früh lernt, sich mit sich selbst zu beschäftigen, wird ihm diese Fähigkeit spätestens beim Eintritt in die Schule zugutekommen. Denn in der Schule muss es lernen, sich auf die Lerninhalte und Aufgaben zu konzentrieren. Zudem muss es in der Lage sein, auch über einen etwas längeren Zeitraum hinweg bei einer Sache zu bleiben.

Ist es das Kind gewohnt, alleine zu spielen, ist es bereits darin geübt, sich zu fokussieren und seine Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit zu richten. Dieses Können macht sich dann auch im Lernverhalten bemerkbar. So fällt es dem Kind leichter, die Lehrinhalte zu erfassen und konzentriert durchzuarbeiten. Das Kind lässt sich nicht so schnell ablenken und die Eltern müssen nicht ständig daneben sitzen, wenn das Kind seine Hausaufgaben macht.

 

  1. Die Kreativität und das logische Denken werden gefördert.

Gibt es beim Spielen keine Ablenkung durch andere Personen, fördert das die Kreativität und das logische Denkvermögen des Kindes. Denn das Kind entwickelt eigene Ideen, denkt sich selbst Geschichten aus und findet seine Lösungswege.

 

  1. Das Kind gewinnt Selbstvertrauen.

Erfindet das Kind eine Geschichte, baut es alleine etwas zusammen oder fertigt es eigenständig eine Mal- oder Bastelarbeit an, stärkt das das Selbstvertrauen des Kindes. Denn zum einen lernt das Kind, in seine Fähigkeiten zu vertrauen.

Es nutzt die Möglichkeit, verschiedene Wege auszuprobieren und nach Lösungen zu suchen, ohne Angst vor einem Scheitern zu haben. Zum anderen kann das Kind Erfolgserlebnisse für sich verbuchen. Das motiviert und regt das Kind dazu an, sich auch an neue oder schwierigere Aufgaben heranzuwagen.

 

  1. Die Vorstellungskraft wird angeregt.

Spielt das Kind alleine, baut es sich eine eigene Gedankenwelt auf. Es denkt sich Geschichten und Spiele aus und erfindet Charaktere. Auf spielerische Weise kann das Kind dadurch Erlebnisse, Erfahrungen und neue Eindrücke verarbeiten. Es lernt, seine Gedanken auszudrücken, sich in verschiedenen Situationen zurechtzufinden und für sich Lösungen zu entwickeln.

 

  1. Die psychische Entwicklung wird unterstützt.

Für eine gesunde und stabile Psyche ist sehr wichtig, dass ein Kind phantasievoll und kreativ denken kann. Die eigene Gedankenwelt hilft dem Kind dabei, Eindrücke zu verarbeiten und Situationen zu bewältigen. Zudem ist sie eine Art Schutzraum, in den sich das Kind zurückziehen kann. Die Kreativität unterstützt das Kind darin, neue Wege zu finden und auszuprobieren. Beides stärkt die Kinderseele.

 

Warum beide Seiten profitieren

Die Zeit, in der das Kind alleine in seinem Zimmer spielt, können die Eltern für sich nutzen. Sie können Hausarbeiten erledigen, die Lieblingsserie schauen oder sich zu Zweit auf die Couch kuscheln, ohne dass der Nachwuchs immer dabei ist. Die Eltern sind auf diese Weise entlastet und können sich kurze Auszeiten vom Elternsein nehmen.

Gleichzeitig signalisieren sie dem Kind damit, dass sie ihm vertrauen und nicht ständig kontrollieren müssen, was das Kind gerade macht. Außerdem lernt das Kind Privatsphäre, sowohl für sich als auch für seine Eltern. Ein weiterer Aspekt ist, dass ein gemeinsames Spiel oder eine schöne Unternehmung gleich doppelt so viel Spaß machen, wenn die Beteiligten weniger entnervt sind.

Selbstverständlich heißt das nun nicht, dass das Kind immer nur auf eigene Faust spielen soll. Das Spielen mit gleichaltrigen Kindern und anderen Spielgefährten ist für ein Kind ebenso unverzichtbar wie die gemeinsame Zeit mit den Eltern. Aber die Eltern sollten ihr Kind öfter einmal dazu zu ermutigen, alleine zu spielen, während sie in die Rolle des stillen Beobachters schlüpfen.

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Veröffentlicht von

Redaktion

Bernhard Staube, 48 Jahre, Inhaber Agentur für Schülerhilfe, Sabine Menkemann, 43 Jahre, Lehrkraft Deutsch/ Mathe, Matthias Kurz, 39 Jahre, Pädagoge berufsbildene Schule, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zum Thema Bildung, Lernen, Schulen und Weiterbildung.

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