8 Fragen zum Lernplan, 1. Teil

8 Fragen zum Lernplan, 1. Teil

Vielen Kindern fällt es schwer, sich zum Lernen für die Schule aufzuraffen. Nach dem Unterricht möchten sie lieber spielen, sich mit Freunden treffen, fernsehen oder eben einfach ihre Freizeit genießen, statt sich mit Hausaufgaben, anstehenden Klassenarbeiten oder sonstigem Lernstoff herumzuschlagen. Die Eltern haben dann oft nicht nur Mühe, die Kids dazu zu motivieren, sich an den Schreibtisch zu setzen. Vielmehr kracht es regelmäßig und am Ende sind alle gestresst und genervt.

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8 Fragen zum Lernplan, 1. Teil

Ein Lernplan kann Abhilfe schaffen und dazu beitragen, die Situation zu entspannen. Denn die endlosen Diskussionen, ob und wann was gelernt werden muss, fallen weg. Stattdessen ist klar vereinbart, wann eine Lerneinheit auf dem Plan steht und wann Freizeit angesagt ist.

Nun sind viele Eltern aber unsicher, wie sie einen Lernplan richtig gestalten und einsetzen. Einige Eltern fürchten zu viel Aufwand, andere Eltern wissen gar nicht so genau, was ein Lernplan ist und wie er funktioniert.

In einem zweiteiligen Beitrag beantworten wir
deshalb acht Fragen zum Lernplan:

  1. Was ist ein Lernplan?

Ein Lernplan ist letztlich nichts anderes als ein Kalender. Nur werden in diesen Kalender keine Termine, sondern Lerneinheiten eingetragen. Dabei erstreckt sich ein Lernplan meist über eine Woche. Und im Idealfall werden die Lerneinheiten so geplant, dass sie jeweils am gleichen Tag und zur gleichen Uhrzeit Stoff für ein bestimmtes Schulfach behandeln.

Durch diese klare Struktur stellt sich im Laufe der Zeit eine gewisse Routine ein. Das Kind weiß ganz genau, welcher Lernstoff an der Reihe ist. Gleichzeitig steht fest, wann gelernt werden muss und ab wann das Kind ungestört Freizeit hat. Diese Aussicht auf Freizeit motiviert dazu, die Lerneinheit konzentriert zu Ende zu bringen.

Außerdem entstehen keine falschen Erwartungen oder Missverständnisse. Es erzeugt Stress und Frust, wenn sich ein Kind aufs Spielen freut und die Eltern dann mit irgendwelchem Lernstoff um die Ecke kommen. Ein Lernplan, der für alle verbindlich ist, verhindert solche Situationen.

  1. Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Lernplan?

Grundsätzlich kann ein Lernplan jederzeit zum Einsatz kommen. Doch je früher er angewendet wird, desto besser. Sind die Noten nicht besonders gut und muss ein Kind viel Lernstoff nachholen, ist es oft ohnehin schon gefrustet. Wenn die Eltern dann auch noch einen Lernplan einführen, riskieren sie Abwehr.

Ein anderer Aspekt ist, dass viele Schüler erst kurz vor einer Klassenarbeit mit dem Lernen dafür beginnen. Dadurch prägen sie sich zwar den Stoff für die Klassenarbeit ein, vergessen ihn aber danach oft recht schnell wieder.

Das Ergebnis ist, dass es ihnen schwer fällt, Zusammenhänge herzustellen, das Wissen miteinander zu verknüpfen und auf andere Sachverhalte zu übertragen. Im Laufe der Zeit werden die Lücken dann aber immer größer. Schlimmstenfalls kommt das Kind irgendwann nicht mehr mit und schreibt zunehmend schlechte Noten.

Ein Lernplan kann dabei helfen, Wissenslücken aufzuspüren. Denn der Lernplan macht es notwendig, sich Gedanken darüber zu machen, welche Themen die Lerneinheiten behandeln sollen. Dadurch können die Inhalte, die dem Kind Schwierigkeiten bereiten, gezielt eingebaut werden.

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Das Kind holt so den Stoff nach und nach auf, festigt sein Wissen durch regelmäßige Wiederholungen und baut sich eine solide Grundlage für die kommenden Klassenarbeiten auf.

  1. Welche Form eignet sich für einen Lernplan?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie ein Lernplan angelegt sein kann. Eine Excel-Tabelle auf dem Computer oder ein digitaler Kalender auf dem Smartphone oder Tablet sind zum Beispiel denkbar. Für Jugendliche sind digitale Varianten oft gut geeignet.

Bei kleineren Kindern zeigt die Praxis, dass ein echter Plan auf Papier die bessere Wahl ist. So ein Lernplan ähnelt dem Stundenplan aus der Schule. Hängt er gut sichtbar über dem Schreibtisch oder am Kühlschrank, bleibt er präsent. Außerdem können die Kids den Plan bunt bemalen oder mit Bastelarbeiten verzieren. Das erhöht die Akzeptanz.

Ebenfalls gut geeignet ist eine Tafel oder ein Whiteboard. Hier ergibt sich der Vorteil, dass einzelne Lerneinheiten verschoben oder Inhalte ausgetauscht werden können, ohne dass jedes Mal gleich der ganze Plan neu ausgedruckt werden muss.

  1. Welche Inhalte sollten die Lerneinheiten haben?

Eine der wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit einem Lernplan ist natürlich, womit er befüllt werden kann. Grundsätzlich können sich die Lerneinheiten mit vier verschiedenen Dingen beschäftigen, nämlich:

  1. den Schulstoff wiederholen

  2. mit Material aus der Schule wie zum Beispiel Übungsaufgaben oder Arbeitsblättern üben

  3. mit Übungsmaterial lernen. Die Eltern können dazu Übungshefte besorgen, selbst Arbeitsblätter entwerfen oder eigene Aufgaben stellen. Genauso ist möglich, auf Lernprogramme und Online-Plattformen für Schulkinder zurückzugreifen.

  4. sich neuen Lernstoff vornehmen, um sich so einen kleinen Vorsprung zu verschaffen und auf die kommenden Inhalte im Unterricht vorbereitet zu sein.

Als Aufteilung hat sich bewährt, etwa 35 Prozent für Wiederholungen und 60 Prozent für Übungen anzusetzen. Die restlichen fünf Prozent können in das Vorlernen investiert werden.

Die Übungen sollten den meisten Raum einnehmen, weil sie dabei helfen, den Lernstoff zu verstehen und sich einzuprägen. Durch die Wiederholungen verfestigt sich das Wissen. Lernstoff vorzubereiten, ist letztlich ein Extra, das nur dann Sinn macht, wenn das Kind den Schulstoff schon durchgearbeitet hat, sicher beherrscht und zusätzlich dazu noch etwas für die Schule machen möchte.

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Bernhard Staube, 48 Jahre, Inhaber Agentur für Schülerhilfe, Sabine Menkemann, 43 Jahre, Lehrkraft Deutsch/ Mathe, Matthias Kurz, 39 Jahre, Pädagoge berufsbildene Schule, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zum Thema Bildung, Lernen, Schulen und Weiterbildung.

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