Wann und wie bekommen Eltern einen Zuschuss zur Klassenfahrt? 2. Teil

Wann und wie bekommen Eltern einen Zuschuss zur Klassenfahrt? 2. Teil

Bei einer Klassenfahrt geht es nicht nur darum, dass sich die Schüler ein paar schöne Tage machen. Stattdessen stehen das Gemeinschaftsgefühl innerhalb des Klassenverbands und soziale Aspekte wie Toleranz, Rücksichtnahme und Verständnis im Fokus. Weil es sich um eine Schulveranstaltung handelt, verfolgt der Ausflug außerdem natürlich auch pädagogische Ziele.

Wann und wie bekommen Eltern einen Zuschuss zur Klassenfahrt 2. Teil

Bildung soll für jeden Schüler zugänglich sein. Und das unabhängig davon, wie leistungsstark seine Eltern in finanzieller Hinsicht sind. Aus diesem Grund soll auch jeder Schüler an einer Klassenfahrt teilnehmen können.

Doch was in der Theorie gut klingt, gestaltet sich in der Praxis mitunter schwierig. Denn es gibt nun einmal Eltern, die große Schwierigkeiten haben, die Kosten für die Klassenfahrt aufzubringen. Aber ganz auf sich alleine gestellt, sind die Eltern nicht. Es gibt nämlich einige Fördermöglichkeiten.

Wann und wie bekommen Eltern einen Zuschuss zur Klassenfahrt? Dieser Frage gehen wir in einem zweiteiligen Beitrag nach. Dabei haben wir im 1. Teil erklärt, wer das Ziel der Klassenfahrt eigentlich festlegt, ob die Teilnahme Pflicht ist und wie teuer eine Klassenfahrt sein darf.

Außerdem haben wir die Voraussetzungen genannt, unter denen der Gesetzgeber den Eltern finanziell unter die Arme greift.

Das Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung ist zweifelsohne ein guter und richtiger Ansatz. Einkommensschwachen Familien, die keine Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozialhilfe, Wohngeld oder den Kinderzuschlag beziehen, hilft es nur nicht weiter.

Denn sie können die Leistungen nicht nutzen. Deshalb zeigen wir jetzt im 2. Teil, welche Möglichkeiten diese Eltern haben, um einen Zuschuss zur Klassenfahrt zu bekommen.

Unterstützung durch den Förderverein der Schule

Viele Schulen haben einen Förderverein, der Schüler und Eltern in vielerlei Hinsicht unterstützt. Und oft hat der Förderverein auch ein gewisses Budget, aus dem er Klassenfahrten von Kindern aus einkommensschwachen Familien bezuschussen kann.

Voraussetzung für eine Förderung ist in aller Regel, dass die Eltern ihre wirtschaftlichen Verhältnisse offen legen. Als Grundsatz gilt, dass die Eltern soviel beisteuern sollen, wie sie können. Dabei kommt es weniger auf den Betrag, sondern in erster Linie auf die Bemühungen an.

Denn der schulische Förderverein versteht sich nicht als reine Geldquelle, sondern will Hilfestellung bieten. Die Mittel der Eltern stockt der Förderverein dann mit dem notwendigen Betrag auf. Natürlich bleibt der ganze Vorgang vertraulich.

Gibt es an der Schule keinen Förderverein, können sich die Eltern an den Elternbeirat oder die Schulleitung wenden. Oft lässt sich schulintern eine Lösung finden, die es ermöglicht, dass alle Schüler der Klasse gemeinsam verreisen können.

Hilfe von Stiftungen

Verschiedene Stiftungen halten Gelder bereit, die sie als Zuschuss zur Klassenfahrt an Kinder aus einkommensschwachen und bedürftigen Familien vergeben. Dabei engagieren sich die Stiftungen meist in ihrem eigenen Bundesland, teilweise beschränkt sich die Förderung auch auf bestimmte Schulformen.

Welche Stiftung in Frage kommt, können die Eltern über die Internetseite des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen herausfinden.

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Eigene Initiativen der Schulklasse

Natürlich kann die Schulklasse auch selbst etwas unternehmen, um die Klassenkasse aufzufüllen. Das vorhandene Budget kann dann einen Teil der Kosten decken, so dass die Fahrt unterm Strich für alle Schüler günstiger wird. Gemeinsame Aktionen stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl außerdem schon vor der Klassenfahrt und die Kids können stolz auf das sein, was sie zusammen geschafft haben.

Ein Klassiker, um Geld für die Klassenfahrt einzusammeln, ist der Verkauf von Kuchen, Waffeln, belegten Brötchen oder selbstgemachten Bastelarbeiten. Ein Schulfest oder ein Weihnachtsbasar sind eine gute Gelegenheit dafür. Eine andere Möglichkeit ist, dass die Schüler einen Flohmarkt auf dem Schulgelände veranstalten.

Höhere Jahrgangsstufen können eine Sonderausgabe der Schülerzeitung auflegen. Eine Aufführung der Theater-AG oder ein Konzert, das im Musikunterricht vorbereitet wird, sind weitere Ideen, um durch die Eintrittsgelder und aufgestellte Spendenboxen Geld für die Klassenfahrt zu verdienen.

Daneben kann die Klasse versuchen, Firmen und Unternehmen vor Ort als Sponsoren zu gewinnen. Viele Betriebe werden nicht abgeneigt sein, wenn sie im Gegenzug ihr Firmenlogo auf der Webseite der Schule und neben dem Bericht über die Klassenfahrt veröffentlichen können.

Schließlich profitieren sie auf diese Weise von kostengünstiger Werbung. Außerdem können die Firmen die Spendenquittung in die Steuererklärung einfließen lassen.

Klassenfahrt nach Berlin oder Brüssel

Steht noch nicht fest, wohin die Klassenfahrt gehen soll, können die Eltern eine Reise nach Berlin vorschlagen. Der Bundesrat kann sich auf Antrag nämlich an den Fahrtkosten beteiligen. Voraussetzung ist, dass die Schüler mindestens die neunte Klasse besuchen.

Außerdem müssen die Schüler vor Ort an einer Informationsveranstaltung des Bundesrats und mindestens einer weiteren staatspolitischen Veranstaltung teilnehmen. Ausführliche Infos und auch den Antrag auf den Zuschuss stellt der Bundesrat auf seiner Webseite bereit.

Das Budget des Bundesrats ist begrenzt. Bewilligt er den Antrag nicht, kann vielleicht der Bundestagsabgeordnete, der für den eigenen Wahlkreis zuständig ist, weiterhelfen. Jeder Abgeordnete hat nämlich ein bestimmtes Kontingent an Fahrtkostenzuschüssen, das er nutzen kann, um Schulklassen und andere Besuchergruppen einzuladen.

Die Schüler erhalten so die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen der Politik zu werfen. Auf der Internetseite des Bundestags gibt es weitere Infos dazu und dort lässt sich auch der richtige Ansprechpartner ermitteln.

Ein ähnliches Konzept gibt es auch in Brüssel. Möchte die Schulklasse das Europäische Parlament besuchen, kann sie den entsprechenden Abgeordneten kontaktieren. Auf seine Einladung hin wird die Klassenfahrt bezuschusst. Der zuständige Abgeordnete lässt sich über die Webseite des EU-Parlaments suchen.

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Bernhard Staube, 48 Jahre, Inhaber Agentur für Schülerhilfe, Sabine Menkemann, 43 Jahre, Lehrkraft Deutsch/ Mathe, Matthias Kurz, 39 Jahre, Pädagoge berufsbildene Schule, sowie Christian Gülcan Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zum Thema Bildung, Lernen, Schulen und Weiterbildung.

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