Infos und Wissenswertes zu ADHS

Infos und Wissenswertes zu ADHS 

Von ADHS, das teilweise auch synonym mit ADS verwendet wird, sind in Deutschland über 400.000 Kinder betroffen. Allerdings wird immer wieder die Kritik laut, dass es sich bei dieser Diagnose um eine Art Modediagnose handelt, die in vielen Fällen viel zu schnell gestellt wird.

Tatsächlich ist es so, dass nicht jedes Kind, das sich nicht richtig konzentrieren kann, unruhig ist, einen großen Bewegungsdrang hat oder zu einem impulsiven, gefühlsbetonten Verhalten neigt, unter ADHS leidet.

 

 

Aber ADHS ist eine ernstzunehmende Krankheit und ein betroffenes Kind braucht Hilfe.

 

 

Hier nun interessante Infos und Wissenswertes zu ADHS im kompakten Überblick:

 

Wofür stehen die Kürzel ADS und ADHS?

Das Kürzel ADS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom, das Kürzel ADHS für Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom. In beiden Fällen ist es jedoch recht schwer, eine zuverlässige und gesicherte Diagnose zustellen, weil die Verhaltensmuster kaum von anderen Verhaltensweisen, die durch die kindliche Entwicklung bestimmt und in diesem Zusammenhang typisch sind, unterschieden werden können.

Hinzu kommt, dass die Ursachen für ADS und ADHS bislang nicht eindeutig geklärt sind. Es wird vermutet, dass der Grund für diese Krankheitsbilder in einer fehlerhaften Verarbeitung und Weiterleitung von Informationen zwischen den verschiedenen Abschnitten des Gehirns liegt.

Als mögliche Ursachen kommen aber genauso genetische Faktoren oder eine Reizüberflutung im sozialen Umfeld in Frage. Unter ADS und ADHS leiden mehr Jungen als Mädchen. Im Erwachsenenalter kommen die Erkrankungen ebenfalls vor, allerdings deutlich seltener als bei Kindern und Jugendlichen. Wird bei einem Kind ADS oder ADHS festgestellt, bleiben in der Hälfte aller Fälle die Symptome auch im Erwachsenenalter erhalten.

Da sie jedoch oft nur in deutlich abgeschwächter Form auftreten, kann auf eine Therapie oder eine medikamentöse Behandlung meist verzichtet werden.   

 

Was sind die Symptome von ADS und ADHS?

Grundsätzlich ist sehr wichtig, nicht hinter jeder kindlichen Verhaltensweise gleich eine Erkrankung zu vermuten. Kinder handeln, denken und fühlen anders als Erwachsene. So ist der kindliche Herzschlag beispielsweise schneller, Kinder bewegen sich schneller und sind ständig damit beschäftigt, Erfahrungen zu sammeln und Neues zu lernen.

Daher benötigen und fordern Kinder einen geduldigen und aufmerksamen Umgang. Zudem muss ein Kind erst lernen, sich auf eine bestimmte Sache zu konzentrieren und zur Ruhe zu kommen. Gerade in einem hektischen Alltag kann es schnell zu einer Reizüberflutung kommen, die genau diese Lernprozesse aber deutlich erschwert.

In der Praxis gibt es einige Symptome, die auf ADS hindeuten können.

 

 

Hierzu gehört, dass das Kind:

 

 

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nicht richtig zuhört und sich sehr leicht ablenken lässt,

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Aufgaben und Erklärungen, die altersgerecht sind, nicht lösen kann oder nicht versteht,

·        
nicht auf Details achtet und häufig Flüchtigkeitsfehler macht,

·        
sich nicht über einen längeren Zeitraum auf ein Spiel oder eine Aufgabe konzentrieren kann oder sehr schnell das Interesse daran verliert,

·        
Aufgaben und Pflichten, die es nicht mag, bewusst aus dem Weg geht,

·        
ständig Dinge verliert,

·        
sehr impulsiv ist und zu starken Gefühlschwankungen neigt, die auch in Form von Wutausbrüchen und aggressivem Verhalten auftreten können,

·        
ständig spricht und anderen ins Wort fällt.

 

 

Die Symptomatik bei ADHS ist im Prinzip ähnlich, wird aber durch weitere Störungen verstärkt. So geht ADHS mit einem übermäßigen Bewegungsdrang und einer sehr stark ausgeprägten Gestikulation einher. Diese Hyperaktivität führt dazu, dass sich das Kind in Gruppensituationen sehr unwohl fühlt.

Weitere Symptome von ADHS können Probleme beim Ein- und Durchschlafen sowie eine geringe Frustrationstoleranz sein.

Insgesamt begünstigen die Symptome weitere psychische Störungen, denn häufig fühlen sich die Kinder in eine Außenseiter- und Versagerrolle gedrängt, was wiederum zu einem aggressiven oder einem depressiven Verhalten führen kann. Die Folge hiervon sind Konflikte im Kindergarten oder in der Schule sowie Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Kindern.

Dennoch ist hier viel Fingerspitzengefühl gefragt. Es ist normal, wenn ein Kind unterschiedliche Phasen durchläuft, mal fröhlicher und mal trauriger, mal leicht zu begeistern und mal in einer Keine-Lust-auf-gar-nichts-Phase ist und mal bessere und mal schlechtere Schulnoten hat. Berechtiger Grund zur Sorge besteht erst dann, wenn die Symptome länger andauern als sechs Monate und vor dem siebten Lebensjahr schon einmal aufgetreten sind.

Ist dies der Fall, sind Kinderpsychologen, Kinderpsychiater, Kinderpsychotherapeuten oder entsprechende Beratungsstellen die richtigen Ansprechpartner. 

 

Wie werden ADS und ADHS diagnostiziert?

Der erste Schritt besteht in der sogenannten klinischen Diagnose. Hierzu wird beispielsweise ein Blutbild erstellt und die Augen sowie die Ohren werden überprüft. Diese gründliche Untersuchung ist notwendig, um körperliche Grunderkrankungen ausschließen zu können.

Im nächsten Schritt werden dann verschiedene psychologische und neurologische Tests durchgeführt. Hierzu gehören beispielsweise Konzentrations- und Leistungstests, aber auch Beobachtungen im Alltag. Insbesondere Leistungstests verfolgen dabei das Ziel, Störungen wie beispielsweise Legasthenie ausschließen zu können.

Daneben werden die Hirnströme mithilfe eines EEGs gemessen. Liegt ADS oder ADHS vor, liefert das EEG in aller Regel einen entsprechenden Befund. Dennoch setzt eine gesicherte Diagnose voraus, dass die Ergebnisse aller Tests berücksichtigt und zu einem Gesamtbild zusammengefügt werden.  

 

Wie werden ADS und ADHS behandelt?

Die Behandlung erfolgt in Form einer Therapie, die auf das soziale Umfeld abgestimmt ist und sowohl die Familie als auch die Erzieher oder Lehrer des Kindes mit einbezieht. Die Ziele der Therapie bestehen darin, eine kindgerechte Strategie für die Erziehung zu erarbeiten und den Tagesablauf so zu strukturieren, dass eine Reizüberflutung ausgeschlossen und die Reize auf ein Mindestmaß beschränkt sind.

Zudem wird das Kind verhaltenstherapeutisch gefördert, damit es lernt, seine Bewegungen und Wahrnehmungen bewusst zu erleben, zu verstehen und zu steuern. In einigen Fällen wird die Therapie zudem durch Medikamente ergänzt.

Hierbei handelt es sich um Stimulanzien, die den Dopaminstoffwechsel im Gehirn positiv beeinflussen und anregen, so dass sich eine konzentrationsfördernde Wirkung ergibt. 

 

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