Methoden gegen eine Lernblockade

Die wichtigsten Methoden gegen eine Lernblockade 

Eine schlechte Note zu schreiben oder mal eine Klassenarbeit zu verhauen, ist nicht weiter schlimm und dürfte so ziemlich jedem irgendwann einmal passieren. Genauso ist es kein Grund zur Besorgnis, wenn es eine Phase gibt, in der die Schule keinen allzu großen Spaß macht und eher zu einem notwendigen Übel wird, denn kaum ein Schüler geht sein gesamtes Schulleben lang mit der gleichen Begeisterung in die Schule.

Aufmerksamkeit ist aber geboten, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen.

 

 

Sinkt der Notendurchschnitt in den Keller, verhaut der Schüler eine Arbeit nach der anderen, obwohl er sich eigentlich gut vorbereitet hatte, sieht er keinen Sinn darin, zu lernen, weil er sich ja ohnehin nichts merken und wieder abrufen kann und nimmt auch die Lust auf Schule rapide ab, beginnt ein Teufelskreis, von dem rund ein Viertel aller Schüler betroffen sind.

Schulische Misserfolge wirken sich auf das Selbstbewusstsein aus und die Motivation sinkt, während der Stresspegel und der Druck gleichzeitig steigen. Die Folge davon ist in vielen Fällen eine Lernblockade, die geradewegs in die nächsten schulischen Misserfolge führt. Aber es gibt Mittel und Wege, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen und den Schüler dabei zu unterstützen, wieder erfolgreich zu lernen.

 

 

Die wichtigsten Infos, Tipps und Methoden gegen eine Lernblockade fasst die folgende Übersicht zusammen: 

 

Die Symptome einer Lernblockade

Zunächst ist wichtig, eine Lernblockade überhaupt zu erkennen.

Nicht bei jedem Schüler treten die gleichen Symptome auf, aber es gibt einige typische Anzeichen, die sehr häufig im Zusammenhang mit einer Lernblockade anzutreffen sind.

 

 

Hierzu gehören:

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Versagensängste; der Schüler entwickelt regelrecht Angst, wenn er an die Schule und an die bevorstehenden Arbeiten, Tests und Prüfungen denkt.

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Selbstzweifel; der Schüler stellt sich und seine Fähigkeiten in Frage, etwa nach dem Motto, dass er die Inhalte ohnehin nicht verstehen wird.

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Konzentrationsstörungen; der Schüler kann sich nur schwer auf die Inhalte konzentrieren, sich diese kaum einprägen und auch nicht wieder abrufen.

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anhaltende Unlust im Hinblick auf Schule und Lernen; der Schüler sehnt schon Montags das Wochenende und am ersten Schultag die nächsten Ferien herbei, und damit solche Zeiten, in denen er sich mit dieser Thematik nicht beschäftigen muss. 

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Stress und Überforderung; der Schüler beklagt sich darüber, dass das auferlegte Pensum an beispielsweise Hausaufgaben nicht zu schaffen ist.

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fehlende Ausdauer; der Schüler sucht ständig nach Auswegen und aktuell wichtigeren Dingen, um nicht lernen zu müssen.

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Aggressivität; der Schüler neigt zu Wutausbrüchen.

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körperliches Unwohlsein; der Schüler leidet unter Kopf- und Bauchschmerzen, Übelkeit und anderen Symptomen, wenn er nur an die Schule und das Lernen denkt. Wichtig an dieser Stelle ist jedoch Fingerspitzengefühl. Solche Symptome können auch andere Ursachen haben, beispielsweise Mobbing in der Schule oder reine Prüfungsängste.  

 

Die wichtigsten Methoden gegen eine Lernblockade

Liegt eine Lernblockade vor, ist es natürlich der denkbar falscheste Weg, wenn die Eltern ungeduldig werden oder den Druck, unter dem der Schüler ohnehin schon leidet, noch weiter erhöhen. Genauso bringt es nichts, die Schuld rein dem Schulsystem zu geben oder den Schüler mit seinen Lernproblemen alleine zu lassen und darauf zu hoffen, dass es irgendwann schon wieder besser werden wird.

Der richtige Weg bei einer Lernblockade muss darin bestehen, die Ursachen und Gründe für die Lernblockade zu ermitteln und auf dieser Grundlage geeignete und sinnvolle Gegenmaßnahmen einzuleiten. In aller Regel begründen sich Lernblockaden in den Lerninhalten, dem Lernverhalten oder dem familiären und sozialen Umfeld. Dementsprechend unterschiedlich gestalten sich die möglichen Ansätze, um der Lernblockade entgegenzuwirken. 

Kann der Schüler dem Unterrichtstempo nicht folgen, ist das Lernpensum zu groß oder sind die Inhalte nur schwerverständlich aufbereitet, kommt es leicht zu Wissens- und Verständnislücken. Weiten sich diese im Laufe der Zeit aus, hat dies zur Folge, dass der Schüler sein eigentlich vorhandenes Wissen nicht abrufen kann und sich schon bei leichten Aufgaben überfordert fühlt. In diesem Fall ist es sinnvoll, das Gespräch mit dem Lehrer zu suchen und gemeinsam mit ihm und dem Schüler eine Strategie zu entwickeln, wie die Wissenslücken gezielt aufbereitet werden können. Möglich hierbei sind beispielsweise Förderprogramme oder Nachhilfe. Zudem sollte ermittelt werden, in welchen Situationen die Denk- und Lernblockade am deutlichsten in Erscheinung tritt.

Hat sich der Schüler auf eine Klassenarbeit vorbereitet, kann er während der Arbeit dann aber keinen klaren Gedanken fassen und scheint sein Wissen wie verschwunden, sollte die Prüfungssituation zu Hause gezielt geübt werden. Tritt die Lernblockade vor allem auf, wenn der Schüler einen mündlichen Vortrag halten oder Inhalte vor der Klasse an der Tafel erklären soll, sollte auch diese Situation zu Hause durchgespielt werden.

Als Publikum können hierbei die Eltern, die Geschwister oder die Großeltern dienen. Wichtig bei den Übungen ist aber, das Leistungsvermögen des Schülers im Auge zu behalten, geduldig zu sein und ihn nicht zu überfordern.  Häufig begründen sich Lernblockaden in falschem Lernverhalten. So führen ein Arbeitsplatz, der viel Ablenkung bietet, oder das Lernen am späten Nachmittag und am Abend oft dazu, dass das Leistungsvermögen nicht richtig abgerufen werden kann.

Die Folge ist, dass die Inhalte trotz stundenlangem Lernen oft keinen Weg ins Gedächtnis finden.

 

 

Wichtig ist daher, ein Umfeld zu schaffen, das ein effektives und erfolgreiches Lernen und die Konzentration auf die eigentlichen Aufgaben ermöglicht:

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Der Schreibtisch sollte ordentlich und aufgeräumt sein und sich an einem ruhigen Ort befinden, an dem der Schüler nicht ständig abgelenkt wird.

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Das Lernen sollte mit leichteren Inhalten beginnen, so dass sich der Schwierigkeitsgrad erst allmählich steigert.

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Die Reihenfolge der Lerninhalte sollte abwechslungsreich sein. Das bedeutet, Inhalte aus ähnlichen Fächern sollten nicht nacheinander, sondern mit zeitlichen Abstand geübt werden und schriftliche sowie mündliche Aufgaben sollten sich abwechseln.

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Um Inhalte zu erfassen, ist es hilfreich, wenn möglichst viele Sinne angesprochen werden. Ein einfaches, aber sehr effektives Beispiel ist, das Bruchrechnen mit einem Apfel oder einer Scheibe Brot zu üben, die entsprechend zerteilt und dann vom Kind natürlich auch aufgegessen werden dürfen.

Ein solches Bild ist verständlicher und prägt sich viel besser ein als trockene Zahlen auf einem Blatt Papier. Genauso können die Inhalte mit Bewegungen kombiniert werden, beispielsweise wenn es um das Verhalten und die Anatomie von Tieren geht, die das Kind nachahmt.

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Der Schüler sollte ermutigt werden, selbstständig und eigenverantwortlich zu lernen und zu üben, beispielsweise indem er eine Lernkartei erstellt.

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Wichtig ist zudem, regelmäßig Pausen zu machen, Niemand kann sich stundenlang konzentrieren und in den Pausen sollte der Schüler die Möglichkeit haben, sich zu bewegen und abzuschalten.

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Die Freizeitaktivitäten sollten eingeschränkt bleiben. Ist der Wochenplan eines Schülers neben der Schule voller Termine für den Sportverein, die Musikschule und anderen Aktivitäten, bleibt kaum Zeit, Lust und Kraft für das Lernen übrig.

Sinnvoll ist daher, die Freizeitaktivitäten auf zwei Nachmittage pro Woche einzugrenzen. Der mit Abstand wichtigste Punkt ist jedoch, dass die Eltern den Schüler dabei unterstützen müssen, wieder Selbstvertrauen und Selbstbewusststein aufzubauen.

Nur wenn ein Schüler an sich und seine Fähigkeiten glaubt und weiß, dass seine Eltern hinter ihm stehen und ebenfalls an ihn glauben, kann er die notwendige Motivation und den nötigen Antrieb entwickeln. Wichtig ist daher, den Schüler auch bei kleinsten Erfolgen zu loben und ihn immer wieder an seine Stärken zu erinnern. 

 

Weiterführende Ratgeber, Tipps und Anleitungen zum Lernen:

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