Die wichtigsten Infos und Tipps für die Bereitschaft und Lust am lernen 

Am Anfang ist die Begeisterung meist noch recht groß und viele Erstklässler sind mächtig stolz auf ihren Schulranzen und ihre prall gefüllte Schultüte. Die anfängliche Begeisterung wird dann aber oft recht schnell auf eine harte Probe gestellt, wenn nämlich jeden Morgen der Wecker klingelt und die Kinder aufstehen müssen und wenn auch nach der Schule noch jede Menge Hausaufgaben erledigt werden wollen.

 

 

Im Laufe der Zeit gewöhnen sich Kinder zwar an die alltäglichen Abläufe und die festen Regeln, aber oft will sich die Lust am Lernen nicht so richtig einstellen. In die Schule zu gehen, Hausaufgaben zu machen und zu üben ist für viele eine Pflichtübung, die nur bedingt Spaß macht. Mit zunehmendem Alter wird es häufig auch zunehmend schwierig, sich zu motivieren.

So sind in der Pubertät üblicherweise alle anderen Dinge wichtiger als die Schule und wenn schwerere Arbeiten und Klausuren in ungeliebten Fächern oder gar die Abschlussprüfungen anstehen, sinkt die Lernlust nicht selten gegen Null. Noch komplizierter wird es, wenn die Noten nicht allzu gut sind und sich trotz Lernen und Nachhilfe nicht bessern wollen.

Aber mit der Schulzeit ist das Lernen nicht beendet, denn trotz abgeschlossener Schullaufbahn, Berufsausbildung und Berufserfahrung gehört die kontinuierliche Lernbereitschaft zu den mittlerweile sehr wichtigen Soft-Skills.

Grundsätzlich ist es völlig normal, wenn die Schule mal mehr und mal weniger Spaß macht. Genauso ist es überhaupt kein Grund zur Panik, wenn die Schulleistungen hin und wieder ein wenig schwanken. Der komplett falsche Weg ist aber, den Lerndruck zu erhöhen und sich selbst oder sein Kind permanent zum Lernen zu zwingen. Entscheidender ist vielmehr, die richtige und damit eine positive Einstellung zum Lernen zu vermitteln.

 

Wie dies gelingen kann, erklärt die folgende Übersicht mit den wichtigsten Infos und Tipps für die Bereitschaft und Lust am Lernen: 

 

Den Lerndruck ein wenig nehmen.

Wenn die Lust zu lernen fehlt und die Leistungen in der Schule schlechter werden, bringt es überhaupt nichts, regelmäßig mehr oder weniger genervt zum Zusammenreißen und zum Lernen aufzufordern. Genauso wird die übliche Predigt, dass Schule und Lernen wichtig sind, um später im Leben etwas zu erreichen, wenig helfen. Sehr viel sinnvoller ist es, einen Schnitt zu machen und den Lernenden zu überraschen.

Ist das Kind innerlich schon auf die nächste Ermahnung eingestellt, weil es mal wieder eine schlechte Note nach Hause gebracht hat oder unkonzentriert über den Hausaufgaben sitzt, wird es sich sehr wundern, wenn Mutter oder Vater ins Zimmer kommen und es zu einem Spaziergang, einem Ausflug in den Park oder einem Brettspiel einladen.

Genau das ist aber der gewünschte Effekt, denn dadurch, dass etwas unternommen wird, was Spaß macht, rückt der Lerndruck ein wenig in den Hintergrund und die Keine-Lust-Haltung wird unterbrochen. In einer entspannten Situation, in der sich alle wohlfühlen, fällt es sehr viel leichter, über eher unangenehme Themen wie das Lernen zu sprechen und sich gegenseitig zu verstehen. 

 

Die Ursachen analysieren.

Bevor irgendwelche schlauen Lerntipps, Lerntechniken und Lernmethoden getestet werden, sollte zunächst einmal Ursachenforschung auf dem Programm stehen. Es kann sehr viele unterschiedliche Gründe geben, weshalb dem Kind Lernlust und Lernbereitschaft fehlen. So kann es beispielsweise sein, dass das Kind direkt nach dem Mittagessen Hausaufgaben machen soll, sich zu diesem Zeitpunkt aber nicht richtig konzentrieren kann, weil der Körper noch mit der Verdauung beschäftigt oder das Kind schlichtweg müde ist.

Ein anderer Grund kann sein, dass dem Kind ein gleich bleibender Arbeitsplatz fehlt, an dem es ruhig und ungestört arbeiten kann. Muss das Kind seine Unterlagen und Utensilien erst jedes Mal zusammensuchen, um dann mal in der Küche, mal im Kinderzimmer und mal im Wohnzimmer zu lernen, ist es sehr schwer, in eine Lernhaltung zu finden.

Ein recht häufiger Grund, der die Lust am Lernen nimmt, ist aber auch, dass das Kind gedanklich mit anderen Dingen beschäftigt ist. Stress mit Mitschülern oder Lehrern, Probleme zu Hause, Angst vor etwas oder auch ein aufregendes Ereignis, das ansteht, können die Ursache dafür sein, dass der Kopf nicht frei und schon gar nicht lernbereit ist. Solche Lern-Lust-Killer müssen zuerst beseitigt werden, bevor dann eine Lernstrategie entwickelt werden kann.    

 

Regeln vereinbaren.

Verständnis für die Situation ist absolut wichtig und vermutlich wird jeder ehrlicherweise eingestehen müssen, dass er selbst als Kind und Jugendlicher nicht immer Lust auf Schule und Hausaufgaben hatte. Trotz Verständnis sind aber auch klare, feste Regeln wichtig. Das Kind muss lernen, dass es bestimmte Aufgaben und Pflichten hat.

Genauso muss es lernen, Prioritäten zu setzen. Als Erwachsener kann das Kind auch nicht einfach die Arbeit schwänzen, bloß weil es lieber ausschlafen möchte, gewisse Aufgaben nicht mag oder an dem Tag einfach keine Lust hat und lieber etwas anderes machen möchte. Hilfreich in diesem Zusammenhang ist es, gemeinsam mit dem Kind klare Regeln und einen festen Rhythmus zu vereinbaren. So kann ausgemacht werden, dass zuerst die Hausaufgaben erledigt sein müssen, bevor andere Aktivitäten auf dem Programm stehen.

Genauso können Belohungen ausgehandelt werden, wenn ein festgelegtes Ziel erreicht ist. Solche Vereinbarungen motivieren einerseits, andererseits wird es das Kind besser akzeptieren, wenn Aktivitäten oder Belohnungen gestrichen werden, weil es seinen Teil der Abmachung nicht erfüllt hat. Besonders bei den Zielen ist aber wichtig, realistisch zu bleiben und sie so zu wählen, dass sie auch tatsächlich erreichbar sind.

Schreibt das Kind beispielsweise nur Fünfen in Mathe, wäre eine gute Vier am Ende des Schuljahres ein sinnvolles Ziel. Gleich eine Zwei in Angriff zu nehmen, würde das Kind vermutlich überfordern und letztlich zu nur noch mehr Lernunlust und Frust führen. Auf zusätzliche Strafen wie etwa Hausarrest sollte zudem weitestgehend verzichtet werden. Diese sind letztlich nicht nötig, weil ja bereits die angestrebte Belohnung gestrichen ist.

Außerdem wird der Lernende so nur noch mehr in die Ecke gedrängt und die ohnehin kaum vorhandene Lernlust sinkt noch weiter. Hinzu kommt, dass das Selbstwertgefühl massiv leidet, wenn dem Lernenden ständig ein Versagen attestiert wird und dies wiederum kann sich sehr negativ auf die gesamte weitere Entwicklung auswirken.  

 

Dem Lernen einen Sinn geben.

Mit der häufigste Grund für Lernunlust und mangelnde Lernbereitschaft ist, dass der Lernende den Sinn nicht sieht. Gerade bei großen Mengen an Lernstoff, schwierigen Themen oder ungeliebten Fächern taucht immer wieder die Warum-Frage auf.

Der Lernende fragt sich also, warum er das alles überhaupt lernen soll, wenn er doch letztlich sowieso nur eine schlechte Note schreibt oder die Inhalte in seinem späteren Leben ohnehin nie wieder brauchen wird. Wichtig ist also, dem Lernen einen Sinn zu geben und dem Lernaufwand einen Gewinn gegenüberzustellen. Dieser Gewinn sollte allerdings direkt greifbar sein, denn die Aussicht, dass das Gelernte vielleicht irgendwann einmal nützlich sein wird, hilft nicht weiter.

Eine Möglichkeit dabei ist, aufzuzeigen, wo das Erlernte auch im Alltag genutzt werden kann. Hat das Kind beispielsweise Probleme in Englisch, arbeitet es aber gerne mit dem Computer, kann dem Kind aufgezeigt werden, dass im Internet kaum etwas ohne Englisch geht.

Die ungeliebten Englischvokabeln könnten also dabei helfen, Anleitungen für Computerspiele selbst zu lesen oder zu verstehen, wie eine Internetseite aufgebaut ist und programmiert wurde. Wenn der Lernende sieht, wofür ein Lernstoff gut sein kann, wird er eher bereit sein, sich damit auseinanderzusetzen.  

 

Geeignete Lerntechniken entwickeln.

Jeder lernt ein wenig anders. Während die einen einen Inhalt am besten erfassen können, wenn sie ihn lesen, fällt anderen das Lernen mit Bildern leichter. Wieder andere können einen Inhalt am einfachsten nachvollziehen und sich einprägen, wenn sie ihn praktisch erleben und greifen können.

Es bringt also nicht viel, starr nach Schema F zu pauken, beispielsweise jeden Tag eine Stunde lang in ruhiger, ungestörter Umgebung immer wieder die gleiche Seite zu lesen, bis die Inhalte sitzen. Stattdessen können Lernkarten gebastelt, Lernposter im Sinne von Mind-Maps gemalt oder Vokabeln beim Gang durch die Wohnung, bei dem die Möbel und Objekte dann benannt werden, geübt werden.

Nach spätestens einer Stunde ist dann aber Zeit für eine Pause, denn nach dieser Zeit nimmt die Speicherfähigkeit des Gehirns ab. Wichtig ist außerdem, beim Lernen ausreichend zu trinken, denn das Gehirn benötigt Flüssigkeit, um effektiv arbeiten zu können.

 

Mehr Ratgeber und Tipps zu Bildung und Lernen:

Thema: Die wichtigsten Infos und Tipps für die Bereitschaft und Lust am lernen

Kommentar schreiben